Konzentriert geht’s wie geschmiert Psychologieprofessor Domsch in Dissen

Von Franca Heuer

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Prof. Dr. Holger Domsch erläuterte unterhaltsam die Theorie und Praxis der Konzentrationsförderung. Foto: Franca HeuerProf. Dr. Holger Domsch erläuterte unterhaltsam die Theorie und Praxis der Konzentrationsförderung. Foto: Franca Heuer

Dissen. Dass Konzentration den Kindern schwerfällt, beklagen heute viele Lehrkräfte und Erzieher. Um in der Schullaufbahn und im späteren Berufsleben erfolgreich zu sein, ist die Fähigkeit schließlich unabdingbar. An dieser Stelle knüpfte der Vortrag von Prof. Dr. Holger Domsch in der Aula der Grundschule Dissen an.

Mit viel Humor und anhand anschaulicher Beispiele gab der Entwicklungspsychologe Tipps, wie Kindern spielerisch geholfen werden kann, sich besser zu konzentrieren. „Konzentration bedeutet, den Fokus der Aufmerksamt auf eine Sache zu legen“, so Domsch, der einen Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie der Lebensspanne in Münster innehat. „Abgelenkt zu sein, ist normal, aber den Fokus wieder auf die Sache zu lenken, das ist der schwierige Teil“, so der Psychologe.

Impulskontrolle

Bei Kindern ist das Konzentrationsvermögen noch nicht so ausgeprägt wie bei Erwachsenen. „Konzentration hat viel mit Impuls- und Verhaltenskontrolle zu tun. Diese Fähigkeit ist erst etwa im 25. Lebensjahr fertig ausgebildet. Man könnte sagen, die Pubertät dauert bis Mitte 20.“, bemerkte Domsch, woraufhin einige Eltern die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen schienen.

Domsch riet Pädagogen und Erziehern, möglichst viele Rituale im Alltag der Kinder einzuführen. Diese helfen ihnen, ein Konzept von Zeit zu entwickeln und sich in Geduld zu üben. So wie das Anzünden der Adventskerzen beim Warten auf Weihnachten. Außerdem sei es wichtig, gemeinsam mit den Kindern Langeweile auszuhalten. Mehr aus Dissen im Netz

Spiele und Übungen

Immer wieder machte der Psychologe kleine Spiele und Übungen mit den Anwesenden. Bei „Lehmann sagt“ zum Beispiel gab er die Anweisungen aufzustehen oder die Hände zu heben. Diese durften vom Publikum aber nur ausgeführt werden, wenn zuvor „Lehmann sagt“ erklungen war. Ein Spiel, das Konzentration erfordert und die Frustrationstoleranz auf die Probe stellt.

Domsch betonte besonders die Bedeutung von Verhaltensfeedback. „Begleiten Sie die Handlungen der Kinder verbal. Beschreiben Sie ihnen ihr Verhalten und nicht das Produkt“, so der Psychologe. Dies verbessere vor allem in Verbindung mit Aktivitäten wie Memory spielen, Mikado spielen oder dem Vorlesen eines Bilderbuches die Fähigkeit der Konzentration. „Konzentration bedeutet der Weg dorthin. Also konzentrieren Sie sich auf den Weg“, resümierte Domsch.

Vertiefung

Dina Stoppe, Leiterin der Heilpädagogischen Frühförderung „Kleeblatt“, hatte Pädagogen und Erzieher zu der Veranstaltung eingeladen und dankte Domsch für seinen Vortrag. „Wir organisieren solche Vorträge alle zwei bis drei Jahre und hoffen, dass andere die Inhalte in ihrer Arbeit ebenfalls vertiefen.


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