Abriss kostet rund zwei Millionen Euro Landkreis-Gesellschaft darf Dissener Klinikgelände entwickeln

Das Klinikum verfällt, seitdem es nicht mehr genutzt wird. Die Gebäude sind inzwischen marode und sollen abgerissen werden. Foto: Archiv/AdomeitDas Klinikum verfällt, seitdem es nicht mehr genutzt wird. Die Gebäude sind inzwischen marode und sollen abgerissen werden. Foto: Archiv/Adomeit

Dissen. Der Verkauf des Dissener Krankenhaus-Geländes von der Stadt Osnabrück ist perfekt. Am Montagabend hat der Dissener Rat in nichtöffentlicher Sitzung dem Abschluss eines städtebaulichen Vertrags mit der Osnabrücker-Land-Entwicklungsgesellschaft (Oleg) einmütig zugestimmt.

Bürgermeister Hartmut Nümann freut sich über den Verkauf. "Ich bedanke mich beim Landkreis und bei  Landrat Michael Lübbersmann, dass sie die Gespräche mit der Stadt Osnabrück geführt und zu einem guten Ergebnis gebracht haben." Denn das Tischtuch zwischen der Stadt Dissen und der Stadt Osnabrück ist seit der unglücklichen Schließung des Dissener Klinikums zerschnitten. Die Verhandlungen zwischen Dissen und Osnabrück waren schwierig.

"Mit diesem Areal haben wir eine Zukunftsperspektive für die Erweiterung unserer Stadt und vor allem für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums", betonte Nümann in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Schließlich strebe die Stadt die 10.000-Einwohner-Marke an, berichtete der Bürgermeister.

„Wir sind froh, dass wir für eine positive städtebauliche Entwicklung der Stadt Dissen zu einer Einigung gekommen sind und so die unbefriedigende Situation der brachliegenden Flächen und Gebäude beenden können", meint Landrat Michael Lübbersmann als Vorsitzender des Oleg-Aufsichtsrates zum Vertragsabschluss. "Für Dissen bedeutet dieses zugleich eine Perspektive und Chance für eine positive und zukunftsfähige Stadtentwicklung. Die Oleg GmbH wird als kommunaler Dienstleister in enger Abstimmung mit der Stadt Dissen dieses Quartier sinnvoll gestalten und entwickeln.“

Stadt Dissen gehört auch zur Oleg

Die Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (OBG) und die Klinikum Osnabrücker-Land-Gesellschaft (KOL) übergeben die innerstädtische Fläche mit einem inzwischen maroden Gebäudekomplex, darunter das eigentliche Krankenhaus und das Schwesternwohnheim, an die Oleg. Die Stadt Osnabrück ist über die Klinikum Osnabrück-Gesellschaft Eigentümerin der KOL.

Die Oleg wurde 1994 unter anderem durch den Landkreis Osnabrück und ihre kreisangehörigen Kommunen gegründet, um im Landkreis Flächen zu entwickeln und zu erschließen. Somit gehört auch die Stadt Dissen zur Oleg.

"Mit diesem Areal haben wir eine Zukunftsperspektive für die Erweiterung unserer Stadt und vor allem für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums."Hartmut Nümann

Die Stadt Dissen beauftragt nun die Oleg mit der Entwicklung der Gesamtfläche zwischen Erpener Weg und Bahnhofstraße auf Basis ihrer städtischen Bauleitplanung. Für das Gesamtareal liegt im Rahmen des Bebauungsplans 90 "Robert-Koch-Straße" ein Entwurf vor.

Dieser sieht auf einem Teil der Fläche eine reine Wohnnutzung vor. Auf einem anderen Abschnitt, speziell entlang der Bahnhofstraße, ist eine Nutzung als Mischgebiet mit der Möglichkeit des Baus von Geschäfts- und Bürogebäuden geplant. Der Rat werde den Bebauungsplan voraussichtlich im Frühjahr 2019 verabschieden, so Nümann.

Stillschweigen über Kaufpreis

Zuvor muss die Oleg aber noch die baufälligen Altgebäude abreißen und entsorgen. Die Abrisskosten werden auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Die vom Dissener Stadtrat verhängte Veränderungssperre für das Gebiet "zur Vermeidung einer Fehlentwicklung hinsichtlich der zukünftigen baulichen Nutzung und Ausgestaltung der Grundstücke" endet im Januar 2019.

Über den Kaufpreis für die alte Albertine wurde Stillschweigen vereinbart. Allerdings scheint die Stadt Osnabrück von überzogenen früheren Forderungen abgerückt zu sein.


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