Die Lücke wird kleiner Trassenfahrt auf dem letzten Teilstück der A33

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Gute Gelegenheit: Rund 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten das Angebot des Aktionsbündnisses, mit dem Bus über die A33 zwischen Borgholzhausen und Halle zu fahren.Gute Gelegenheit: Rund 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten das Angebot des Aktionsbündnisses, mit dem Bus über die A33 zwischen Borgholzhausen und Halle zu fahren.

Borgholzhausen/Dissen. Noch in diesem Jahr soll der Teilabschnitt 7.1.1 der A 33 zwischen Künsebeck und der Anschlussstelle Halle freigegeben werden. Bei der letzten Trassenfahrt konnten sich rund 100 Gäste von den Baufortschritten überzeugen.

Die Lücke auf der A 33 von Belm bis zur A 44 südlich von Paderborn wird kleiner. Momentan ist sie noch 12640 Meter lang. Ende 2019 soll die Autobahn komplett dem Verkehr übergeben werden. Die Arbeiten liegen im Zeitplan und bei Straßen.NRW – der zuständige Landesbetrieb – ist man zuversichtlich, dass die seit ziemlich genau 50 Jahren geplante Straße dann auch fertig sein wird

Das Aktionsbündnis „A33 sofort“ hatte jetzt zu einer letzten Trassenfahrt eingeladen. Rund 100 Personen hatten sich angemeldet. Mit zwei Bussen ging es auf der Stockkämper Straße zwischen Borgholzhausen und Halle auf die Strecke. Geführt wurde die Fahrt von Andreas Meyer, Leiter der Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe, und von Wilhelm Willenberg, Projektleiter Bauausführung beim Landesbetrieb Straßen.NRW.

Zunächst ging es in Richtung Borgholzhausen zur Anschlussstelle B476. Willenberg erklärte, dass die Fahrbahndecke nahezu fertig sei. Sie bestehe aus drei verschiedenen Schichten. Gearbeitet wird dort derzeit an den Betongleitwänden in der Mitte der beiden Spuren. Das Aufstellen der Lärmschutzwände auf dem Abschnitt Halle – Borgholzhausen ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen.


Der Bus schlängelt sich durch die Baustellenfahrzeuge


Die Busse hielten an einem Einschnitt nahe der Anschlussstelle Borgholzhausen. Die Gäste konnten die geschotterten Böschungen sehen, die im kommenden Frühjahr grün werden sollen. „Wir verwenden eine Aufspritzbegrünung, die mit einem Kleber auf dem Schotter hält“, sagte Wilhelm Willenberg. Die sei bereits einmal aufgespritzt worden, habe den trockenen Sommer aber nicht überstanden. Schotter habe eben die Eigenschaft, Wasser gut abzuleiten. Was bei starkem Regen ein Segen sei, sei bei Trockenheit ein Fluch.

Ein weiterer Stopp war an der Hesselteicher Straße an einem der insgesamt neun Regenrückhaltebecken. Die Teilnehmer ließen sich erklären, wie das Wasser in dem Vorklärbecken von Öl, Reifenabrieb und anderen Stoffen gereinigt wird und danach im Regenrückhaltebecken, das an dieser Stelle 1758 Kubikmeter Wasser fasst, gesammelt wird. Kontrolliert und in einer Menge von maximal 15 Litern pro Sekunde wird es dann in den Casumer Bach eingeleitet.


Beeindruckend: Das Regenrückhaltebecken an der Hesselteicher Straße


Willenberg erläuterte weiter, dass es auf diesem Streckenabschnitt viele schützenswerte Tiere gebe, für die man Überflughilfen, Grünbrücken und Amphibien-Durchlässe gebaut hat. Als Beispiel nannte er die Bechsteinfledermaus, die in Baumhöhlen leben. „Die Bundesrepublik hat einzelne Bäume für diese Tiere angekauft“, so Willenberg. Nach Fertigstellung der Autobahn werde man bestimmte Arten für einen Zeitraum von zehn Jahren beobachten um auswerten zu können, was die Tierschutzmaßnahmen wirklich gebracht haben.

Der Projektleiter ging auf an der Strecke sichtbare Besonderheiten ein, zum Beispiel auf die Bohrungen, die der Kampfmittelsondierung dienen. Schließlich wolle man beim Bau der Autobahn nicht unvorbereitet auf Blindgänger aus dem Weltkrieg stoßen, sagte er. Von einer Sonde geortete Funde werden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg ausgewertet, bevor die entsprechende Stelle freigegeben wird.

Schließlich ging die Fahrt Richtung Halle. Die Teilnehmer der Trassenfahrt stellten fest, dass die Betongleitwände von Halle bis nach Künsebeck bereits fertiggestellt und aufgefüllt sind. Hier beginnt bereits das Anbringen der Schilder und der Notrufsäulen. Die Lärmschutzwände sind noch nicht komplett aufgestellt, aber im Bau.

In den nächsten Tagen sollen auch die Markierungsarbeiten beginnen. „Dazu haben wir nur bis Ende Oktober Zeit“, sagte Willenberg. Danach gebe es vom Hersteller der Kunststoffmasse keine Garantie für deren Haltbarkeit mehr. Die Leitplanken sollen ebenfalls noch bis Ende des Jahres aufgestellt sein. Von ihnen ist bisher noch nichts zu sehen.

Die Teilnehmer konnten sich einen guten Eindruck davon verschaffen, welch ein Aufwand für den Bau einer Autobahn getrieben werden muss. Viele freuen sich auf die Freigabe der A33, die eine deutliche Entlastung der Straßen in der Umgebung bringen wird. Der 19. September 1968 gilt für die Autobahnplaner übrigens als Geburtsdatum der A33: Damals wurde der erste Linienbestimmungsbeschluss für die Verbindung zwischen A1 und A44 gefasst.


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