Welturaufführung mit neuen Titeln Legendäre Blues Company im Garten des KuK Dissen

Von Rolf Habben

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Dissen. Ohne das line up der bisherigen Konzerte zum 25-jährigen Bestehen des Vereins Kunst und Kultur im Südlichen Osnabrücker Land (KuK SOL) schmälern zu wollen, war der Auftritt der Blues Company ganz sicher der Höhepunkt des diesjährigen Jubiläumsprogramms.

Authentischen Blues in nicht alltäglicher Atmosphäre spielte die legendäre Osnabrücker Bluesband um Bandleader Todor Todorovic, just von einem Festival in Georgien im fernen Kaukasus kommend, am Donnerstagabend im Garten des KuK.

Weltbürger des Blues

Darf man die Blues Company als legendär bezeichnen? Man darf, auch wenn dieses Attribut in der einschlägigen Szene eher posthum verliehen wird. Seit 1976 und mittlerweile nach über 40 Jahren mit nahezu 4000 Auftritten, national wie international auf allen Bühnen der Welt zuhause, ist der charismatische Bandleader und Vollblut-Musiker Todorovic, den alle Welt nur „Tosho“ nennt, Weltbürger in Sachen Blues, seine Blues Company längst eine Institution in der „heimlichen Blueshauptstadt“ Osnabrück.

Pre-Listening in Dissen

Sage aber keiner, zur Blues Company müsste eigentlich nicht mehr viel gesagt werden. Für die eine oder andere Überraschung ist die Band noch immer zu haben. Eine unangekündigte Welturaufführung erlebten nämlich die ungezählten Besucher im Garten des KuK. „Wir werden fünf neue Stücke spielen, die wir im Oktober für ein neues Studio-Album aufnehmen wollen. Wenn alles klappt, wollen wir die zur 25. Osnabrücker Blues Lawine im März nächsten Jahres veröffentlichen“, verriet das Urgestein der hiesigen Bluesszene im Vorgespräch.

Politische Botschaften

So das halbmelancholische, halbverbitterte, gleichwohl trotzige „Ain´t Givin´ Up On Me“ oder der solide Blues in „The News“, für alle die von Fake News in den sogenannten sozialen Netzwerken, im Radio, im TV oder in den Printmedien genervt sind, im Refrain resignierend „I´m tired people, so tired listenin´ to the news“. Politisch wird Tosho mit seinen Anklagen gegen die Waffenlobby und irregeleitete Amokläufer in seinem Song „Guns“ oder gegen den gegenwärtigen Rassismus im „Red Blood“.

Musikalische Bestform

Musikalisch stets auf hohem Niveau, schlug die Band darüber hinaus imposante Kapitel aus ihren 25 Alben auf. Mal in geballter Formation als Sextett mit den Bläsern Uwe Nolopp an der Trompete und Volker Wink am Saxophon, mal als Quartett mit Toshos kongenialem Partner Mike Titré an der Gitarre, Arnold Ogrodnik am Bass, der auch am Keyboard überzeugen konnte, sowie Florian Schaube am Schlagzeug. Auch für die eine oder andere Coverversion, wie „Let´s work together“ der Woodstock-Veteranen Canned Heat, war sich die Band nicht zu schade. Hohe Wellen schlugen „Riot““ mit Mike Titrés frecher Harp und als Foottapper Robert Johnsons „Walkin´ Blues“, wo Ogrodnik mit eindringlichem Bass ebenso zu überzeugen wusste, wie einmal mehr Titré mit brillanten Slideläufen.

Zugabe mit Tributen an Blues-Größen

Mochte der eine oder andere Besucher das erste Set als arg Soul überlagert empfunden haben, stimmte der zweite Teil des Konzerts mit reichlich Blues und Boogie versöhnlich. Mit Freddy Kings „Hideaway“ in der Zugabe zog das Sextett, vor allem Wink am Saxophon, vom Publikum frenetisch befeuert, noch einmal alle Register seines Könnens und bewies instrumental seine ganz große Klasse, ehe Fleedwood Macs „Albatros“ und Chuck Berrys „Jonny B. Goode“ ein außergewöhnliches Konzert beendeten.


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