Marsch abgebrochen Hitze blockiert in Dissen den Marsch der Briten

Von Anke Schneider

Können wieder lachen: Die jungen Soldaten des Armoured Medical Regiment der britischen Armee genossen den Aufenthalt auf dem Freizeitgelände am Telgenkamp. Foto: Anke SchneiderKönnen wieder lachen: Die jungen Soldaten des Armoured Medical Regiment der britischen Armee genossen den Aufenthalt auf dem Freizeitgelände am Telgenkamp. Foto: Anke Schneider

Dissen. Soldaten der Royal Army Medical Corps wollten von Rheine nach Paderborn marschieren. In Dissen beschlossen Sie, das Unternehmen wegen der Hitze abzubrechen.

Sie sind auf dem Amazonas Kanu gefahren und haben den Mount Everest bestiegen. Die jungen Soldaten des Armoured Medical Regiment der britischen Armee schrecken eigentlich vor nichts zurück. Die niedersächsisch/ ostwestfälische Hitze zwang die Männer und Frauen nun aber in die Knie. Am Mittwoch brachen sie einen Marsch von Rheine nach Paderborn ab.

Abenteuertraining außerhalb des normalen militärischen Trainings

Zu der Truppe gehörten elf Männer und drei Frauen, allesamt Krankenschwestern und Sanitäter des Royal Army Medical Corps der Britischen Armee, das derzeit in Sennelager stationiert ist. Begleitet wurden sie von Kommunikationstechnikern und Mechanikern des Regiments. „Hin und wieder bietet die britische Armee Abenteuertrainings außerhalb des normalen militärischen Trainings an, bei denen die jungen Soldaten durchaus an ihre Grenzen kommen“, erklärte Sergant Aston Meddow Taylor. Die Teilnahme daran sei freiwillig.

Die Rucksäcke sind rund 20 Kilogramm schwer

Am Montag startete die Gruppe in Rheine zu einem Marsch, der sie über den Hermannsweg bis nach Paderborn führen sollte. Im Gepäck hatten die Wanderer ihre Campingausrüstung, denn übernachtet wurde im Freien. „Die Rucksäcke sind jeweils etwa 20 Kilogramm schwer“, sagte Aston Meddow Taylor.

Jeden Tag sollten etwa 30 Kilometer Strecke zurückgelegt werden. In fünf Tagen sollte das Ziel erreicht sein. Die Übernachtungsmöglichkeiten wurden vorher sondiert. Mittwochabend kam die Gruppe in Dissen an, wo ihnen vom Team Telgenkamp das Freizeitgelände zur Verfügung gestellt wurde. Das Gelände mit See, Hütte und Grillplatz wurde von acht Familien aus Dissen gestaltet und nun für Aktivitäten unter anderem des DRK oder der Kirchengemeinde, für die Ferienspiele oder Abschlussfeiern von Schulklassen genutzt.

Brütende Hitze

Eigentlich sollte es am Donnerstag weiter Richtung Bielefeld gehen, wo der nächste Stopp geplant war. Nach einem Gewaltmarsch in brütender Hitze beschlossen die Verantwortlichen am Mittwochabend jedoch, die Tour abzubrechen. Zumal Temperaturen bis zu 37 Grad vorhergesagt waren. „Die Sicherheit steht natürlich im Vordergrund“, machte Aston Meddow Taylor deutlich, dass das Marschieren ohne Not bei diesen Temperaturen zu sehr an die Substanz geht.

Großzügiges Grillbuffet

Vom Telgenkamp-Team wurden die Soldaten am Mittwochabend mit einem großzügigen Grillbuffet verwöhnt, bevor sich die jungen Briten in ihre Zelte verzogen. Am Donnerstagmorgen wurden sie von einem Bus abgeholt, der sie zurück nach Paderborn brachte.


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