60 Jahre nach dem Eklat Ehemalige Dissener Mittelschüler trafen sich wieder

Von Achim Köpp

Klassentreffen in Dissen: Vor 60 Jahren wurden sie aus der damaligen Mittelschule ins Leben entlassen. Foto: Achim KöppKlassentreffen in Dissen: Vor 60 Jahren wurden sie aus der damaligen Mittelschule ins Leben entlassen. Foto: Achim Köpp

Dissen Zumindest ältere Dissener erinnern sich noch an jenen Wintertag im März 1958, als schwarz gekleidete Schüler der Dissener Mittelschule nach dem Erreichen der Mittleren Reife in einem „Trauerzug“ durch den Ort marschierten und dabei auch die Mauritiuskirche und das Rathaus umrundeten. Die Aktion sorgte nicht nur bei einigen Beobachtern für Empörung, sondern führte auch beinahe zur Verweigerung der Abschlusszeugnisse der Beteiligten. Einige davon sahen sich jetzt bei einem Klassentreffen wieder.

Zusammen mit ihren Schulheften hatten sie damals zuvor neben ihrer damaligen Schule an der Ecke Elisabethstraße/Osnabrücker Straße ihren „Klassengeist“ in einer Flasche beerdigt, auf dass er nie entweichen sollte. Es kam freilich anders, denn die Mädchen und Jungen der beiden Klassen kamen später als gestandene Frauen und Männer zu einem Klassentreffen wieder zusammen und holten Flasche und Klassengeist ans Tageslicht.

Dieses Klassentreffen – und die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit auf den Bänken der Schule – führte zu weiteren Zusammenkünften. Wie auch aktuell wieder, als Siegmar Elfert, der mittlerweile in Diepholz wohnt, alle erreichbaren Mitschüler zusammenrief, um an die Schulzeit und die „Schandtaten“ von damals zu erinnern. Dabei erwies sich bei den sämtlich gut Mittsiebzigern auch nach 60 Jahren, dass der damals beschworene „Klassengeist“ nach wie vor lebt und im Verlauf des Tages immer wieder auch Gesprächsstoff war.

Von den einst je 25 Mädchen und Jungen der beiden Klassen – Klassenlehrer waren Heinrich Beinker und Josef Peters – folgten diesmal 17 der Einladung nach Dissen. Einige davon kamen vom Rhein oder aus Essen und ließen sich gerne neben den immer noch Ortsansässigen nach dem Wiedersehen am Feuerwehrgerätehaus bei Führung durch die Heimatvereinsvorsitzender Rosemarie Rieke die Mauritiuskirche, das Tabakmuseum Zigarren-Wortmann und die Heimatstuben erklären.

Dabei, wie auch beim Kaffeetrinken in den Heimatstuben – wo Rosemarie Rieke und Ingrid Mügge für Torten Torten und Kaffee gesorgt hatten – gingen die Gespräche naturgemäß über die gemeinsame Schulzeit in allen Facetten bis hin zum persönlichen Ergehen des Gegenübers. Beim Abendessen im Bad Rothenfelder Restaurant „Drei Birken“ kamen die Ehemaligen in lustiger Runde überein, mit dem nächsten Klassentreffen nicht wieder fünf Jahr oder gar länger zu warten. Deshalb wollen sich die Ehemaligen schon in zwei Jahren wieder treffen.


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