Wuchtige Backbeats und erdige Bläser Fulminanter Auftritt der Tommy Schneller Band im KuK SOL

Von Rolf Habben


Dissen. Mit wuchtigen Backbeats und erdigen Bläsern, einem Mix aus Funk, Soul, Pop und Rock, natürlich angereichert mit einem kräftigen Schuss Blues, spielte die Tommy Schneller Band am Donnerstagabend im KUK durch die Bank eigene Songs aus der Feder Schnellers. Und fügte so den Veranstaltungen zum 20-jährigen Bestehen des KuK SOL mit einem fulminante Auftritt im Garten des KuK ein weiteres Highlight hinzu.

Titel aus „Smiling For A Reason“, aus „Cream Of The Crop“ oder aus dem noch ofenwarmen jüngstes Album „Backbeat“ lieferten tanzbare Ohrwürmer. Ausgefeilte Arrangements, warmer, druckvoller Sound, zeitlose Bluesmusik mit rockiger Kante, die immer auch mit einem Bein im Soul steht, verliehen jedem Song sein eigenes Gesicht.

Verwurzelt im Blues

Schnellers Wurzeln liegen dabei, auch nach eigenem Bekunden, zweifellos im Blues, den er jedoch zu keiner Zeit monotheistisch darbot. Zudem ist der Bandleader ein begnadeter Entertainer, der mit Wortwitz und Interaktionen sein Publikum unterhält und dem Konzert am Donnerstagabend zuweilen den Charakter einer ausgelassenen „After work party“ verlieh.

Rap-Einlagen

Wie Signalhörner zum Einmarsch erklang spektakulär das Bläsertrio im Intro mit „Trust myself“. Aus einer gescheiterten Beziehung mit der Tochter seiner Putzfrau erzählt Schneller im „Cleaning lady Blues“, Geschichten „aus dem wahren Leben“ plaudert der Frontman mit deutschsprachigem Text im „Laut hör´ ich dich denken“ aus. Rap-Einlagen lieferte das Septett in „What did I do“, wobei die Interaktion mit dem Publikum nicht so ganz klappen wollte. Seinen Klassiker „Blues for the lady“ brachte Schneller etlichen Damen mit seinem Ausflug in das Publikum in ganz per-sönlichen Ständchen dar.

Slide-Einlage an der Gitarre

Wenn auch die Bläserabteilung mit Schneller, Uwe Nolopp an der Trompete sowie Dieter Kuhlmann an der Posaune unüberhörbar die Sets dominierte, ließ Schneller seinen Musikern in diversen Soli wiederholt reichlich Spielraum, ihre Klasse zu beweisen. Mitunter spektakulär Steffen Schöps an der Gitarre, besonders mit seiner Slide-Einlage im „Backbeat“, wobei Kiril Vorwand aus seinem Keyboard den angemessenen Grundton zauberte und mit seinem Solo im „Tipsy`s“ seine ganze Virtuosität an den Tasten zu demonstrieren wusste.

Ebenfalls nicht zu kurz kam auch die Rhythmussektion mit Fabian Koke an den Drums und dem Bulgaren Adman am Bass, der sich besonders im „Smiling for a reason“ in den Vordergrund zu zupfen verstand, wobei sich die Bläser weitgehend zurückgezogen hatten.

German Blues Award

Die Band besteht seit vielen Jahren und ist national sowie international auf den Bühnenbrettern zuhause. Clubtourneen in den Staaten, in Europa und Festivals haben gerade in den letzten Jahren für Furore gesorgt. Zahlreiche Auszeichnungen, wie dreimal der German Blues Award, stehen für den Erfolg von Schneller und seiner Band. Seine Alben „Smiling for a Reason“ (2012) sowie „Backbeat“ (2016) gewannen jeweils den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. In der Laudatio heißt es dazu unter anderem: „Schneller spielt heiße Musik, die aber in durchaus coolem Sound daherkommt. Das ist genau der Stoff zum entspannten Zuhören in der Lounge wie auch zum verschärften Abtanzen im Club“. Genau das unterstrich Schneller mit seinen Musikern in den drei Sets ihres zweieinhalbstündigen Auftritts in Dissen eindrucksvoll.

Und wer Tommy Schneller in Dissen verpasst hat: Am Samstag, 21. Juli, spielt er ab 14 Uhr auf der Laga in Bad Iburg.


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