Treibender Sound und eigenwillige Arrangements Dr. Jazz praktiziert im Dissener Jazzclub

Von Christoph Beyer

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Mitreißendes Zusammenspiel und hochdynamische Soli brachten die sieben Musiker der Dr. Jazz Companie im Dissener Jazzclub zu Gehör. Foto: Christoph BeyerMitreißendes Zusammenspiel und hochdynamische Soli brachten die sieben Musiker der Dr. Jazz Companie im Dissener Jazzclub zu Gehör. Foto: Christoph Beyer

Dissen. Vielseitige Klänge bekamen die Besucher beim zweiten Frühschoppen im Dissener Jazzclub geboten. Mit der „Dr. Jazz Companie“ stand eine Formation mit 40-jähriger Bandgeschichte auf der Bühne.

Erfahrungsreichtum und Spielfreude stellten die Musiker aus dem hohen Norden schon zu Beginn unter Beweis. Ihr treibender Sound sorgte Jazzclub von Anfang an für gute Stimmung. Dixieland, dargeboten in eigenwilligen, frischen Arrangements, zählte dabei ebenso zum Set, wie klassischer Swing, Boogie und unkonventionelle „Skiffle“-Musik.

Musikalischer Anspruch

Das trotz Urlaubszeit und sonnigem Wetter so viele Besucher in den Jazzclub gekommen waren, unterstrich den musikalischen Anspruch der Band, aber auch den Stellenwert, welcher der vor rund fünf Jahren wieder eingeführte Jazz-Frühschoppen genießt. Sonnige Stimmung verbreiteten die in traditioneller Instrumentalbesetzung auftretenden sieben Musiker in jedem Fall. Dazu trugen auch die selbstironisch-humorvollen Ansagen von Sänger und Trompeter Karsten Hesse bei, der zudem auch die Aufgabe übernahm, die jeweiligen Stücke näher vorzustellen.

Echter Klassiker

Als echter Klassiker mit besonderer Bedeutung erwies sich der Song „Hello Central, give me Dr. Jazz“, stand dieser doch einst für den Bandnamen Pate. Dass die Gründer in den späten Sechzigern zunächst in einem Krankenhauskeller geprobt haben, sei dabei aber auch nicht ganz unwichtig gewesen, so Hesse. Vor allem in Norddeutschland verschaffte sich die Lübecker Band einen guten Ruf, unternahm aber auch Touren ins Ausland.

Zwar blieben die Mitglieder bei Ihrem Amateurstatus, konnten aber auch immer wieder Jazzprofis als Gastmusiker für sich gewinnen. Die so integrierten Impulse brachen sich auch an diesem Vormittag Bahn, etwa beim vielfach interpretierten, bereits 1919 geschriebenen New-Orleans-Stück „Baby, won`t you please come home.“ Der dicht gewebte Klangteppich ließ immer wieder Raum für gelungene Soli und musikalische Überraschungen, etwa ein furioses Schlagzeug-Intermezzo des jungen Drummers Nils Conrad. Besonders stimmungsvoll gerieten auch Balladen wie der Jazz-Standard „Autumn Leaves“, den der Bass zupfende Norbert Suhr mit einer an Frank Sinatra erinnernden Stimmenkunst interpretierte und dafür viel Applaus einheimste. Lauten Publikumszuspruch gab es auch zum Abschluss der insgesamt drei Sets, mit denen die Musiker rundum überzeugten.


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