Christian Salzmann wurde 87 Jahre alt Gründervater des Lernstandorts Noller Schlucht verstorben

Von Stefanie Adomeit


Dissen. Christian Salzmann ist tot. Der emeritierte Professor für Schulpädagogik und Gründervater des Lernstandorts Noller Schlucht starb vergangene Woche im Alter von 87 Jahren.

Umweltbildung und Naturschutz und die Bewahrung der Schöpfer standen im Zentrum seines Denkens. Der Lernstandort war sein Kind.

Ab den 80er Jahren hatte sich der Pädagoge an der Universität Osnabrück mit Reformpädagogik beschäftigt und 1985 die später so genannte „Arbeitsgruppe für Europäische Erziehung und Regionales Lernen“ mitgegründet. Um das reformpädagogische Arbeiten in der Region zu vertiefen, schuf der Wissenschaftler ein Jahr später gemeinsam mit Heinrich Baeumer den „Osnabrücker Verein zur Förderung des Regionalen Lernens“ und baute den Lernstandort im Dissener Landschaftsschutzgebiet Noller Schlucht auf, dem das Land Niedersachsen den Status eines Regionalen Umweltbildungszentrums verlieh.

Regionale Identität

Über Engagement für die eigene Region wollten Salzmann und Baeumer eine regionale Identität bei Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen erzeugen. Schon 1987 erhielt der Standort eine Werkstatt. 1998 kam die pädagogische Abfallberatung im Auftrag des Landkreises hinzu. 1999 wurde eine gemeinnützige GmbH gegründet. An der Rechenbergstraße wurden Labors und eine Bibliothek gebaut, es gibt eine eigene Küche und Übernachtungsmöglichkeiten.

2009 wurden Christian Salzmann und Heinrich Baeumer als geistige Väter des Bildungszentrums mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2015 zogen sie sich aus dem operativen Geschäft zurück. Dissens Bürgermeister Hartmut Nümann rückte in den Vorstand nach.

Doch der emeritierte Professor Christian Salzmann hatte außer seiner Leidenschaft für Umweltbildung und Naturschutz noch eine zweite Leidenschaft: Noch im Februar dieses Jahr feierte er eine Ausstellung seiner Gemälde im Osnabrücker Kreishaus.

„Wir werden unseren hochgeschätzten Kollegen Christian Salzmann besonders auch als vielseitig begabten und stets zugewandten Menschen sehr vermissen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte der Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Kulturwissenschaften, Prof. Dr. Hans-Rüdiger Müller. „Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.“


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