Klassischer Jazz im modernen Gewand KuK in Dissen eröffnet „Musik im Garten“-Saison

Von Rolf Habben

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Dissen. Ihren diesjährigen Veranstaltungskalender zum 20-jährigen Bestehen hatte der Kunst- und Kulturverein Südliches Osnabrücker Land in Dissen (KuK SOL) bereits mit dem Duo „Insterburg und Black“ aufgeschlagen. Jetzt geht es im Garten des KuK mit der „Session“ als Open-Air-Veranstaltung von Mai bis September im Jubiläumsjahr 2018 weiter.

Am Format der Veranstaltungen hat sich gegenüber dem Vorjahr nichts geändert. Der erste Donnerstag der Monate Mai bis September gehört weiterhin der „Session“ mit freiem Eintritt. Mit der Jazzband „Just in time“ aus dem benachbarten Bad Laer konnte Cheforganisator Wolfgang Ilgner „alte Freunde“ begrüßen – die Truppe um die charmante Sängerin Beate Hauptstein hatte schon im letzten Jahr begeistern können.

Keine Jazz-Puristen

Reine Jazz-Puristen sind sie nicht und wollen es auch gar nicht sein. „Just in time“ steht für akustisch dargebotenen, melodisch arrangierten Jazz. Es sei ein „Kontrapunkt zur alltäglichen synthetischen Musik der Gegenwart“, teilt die Band mit. Unvergängliche Melodien aus Filmmusiken wie „As Time Goes By“ gemischt mit unvergesslichen Rhythmen wie „Route 66“, Klassiker des Jazz und Popballaden wie „Fever“ hatte die Band im vielseitigen Repertoire. Ihre Musik mit der verführerischen Stimme Hauptsteins geht unmittelbar ins Ohr.

Leichtfüßig arrangierter Jazz

Mühelos bewegt sich die Band mit ihrem leichtfüßig arrangierten Jazz im Ragtime der 1920er Jahre bis in den Vokaljazz der Gegenwart, vom Cool Jazz der 60er bis hin zum funkigen Jazz der 80er. Mit Ausflügen in den Pop lieferte das Sextett mal balladeske, mal tanzbar-groovige Begleitmelodien. Verträumt und doch voller Leidenschaft singt Frontfrau Hauptstein zu lindem Swing und luftigen Bossa Beats. Sie wird unterstützt vom routinierten Saxophonspiel Jochen Ballingers, den treibenden Rhythmen Florian Eickmeyers an der Gitarre, dem sacht gezupftem Bass Winfried Soppas, dem perlenden Fingerspiel Kai Langers am Keyboard und einem herrlich trockenen Schlagzeug Christian Dawidowskis. Kurz: handgemachter Jazz ohne jeden Schnick-Schnack. Die vom Publikum energisch geforderte Zugabe traf die Band offensichtlich unvorbereitet, musste sie sich doch erst auf eine Wiederholung von „Route 66“ und dem abschließenden „Summertime“ George Gerschwins verständigen.

Oldies der 60er und 70er

Anschließend spielte die Hausband 4nondrums, wegen der Erkrankung Hans-Günther Schwarzes als Trio mit Wolfgang Ilgner an der Leadgitarre, Martin Büker, Akustikgitarre und E-Bass, sowie Norbert Niemeyer mit Gesang, Gitarre und Harp. Danach forderten sie zur Session auf – und die hatte es mit Oldies aus den 60er- und 70er-Jahren abschließend noch mal so richtig in sich. In wechselnder Besetzung als „Open Stage“ mit Rüdiger Kotthöfer an den Drums in J.J. Cales „Call Me The Breeze“ oder mit Hartmut Waacks Gesang in „Country Roads“ nahm das Konzert in den inzwischen doch spürbar kälter werdenden Abendstunden noch mal Fahrt auf. Unentbehrlich: Eddie Parfitts markante Stimme als Johnny Cash im Medley mit „Ring Of Fire“, „I Walk The Line“ und im „Folsom Prison Blues“. Die nächste Session ist, hoffentlich bei wärmeren äußeren Bedingungen, auf den 7. Juni terminiert.


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