Nach Belegschaftsversammlung Erleichterung bei den Homann-Mitarbeitern in Dissen

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Dissen. Groß ist die Erleichterung unter den Mitarbeitern des Homann-Standorts in Dissen, als sie die Belegschaftsversammlung verlassen. Die Entscheidung ist gefallen: Homann bleibt. Viele der Angestellten haben ein Lächeln auf dem Gesicht, unterhalten sich angeregt, während sie das Betriebsgelände an der Bahnhofstraße verlassen.

Vor der Versammlung herrschte noch angespanntes Schweigen. Trotz der Einschätzung von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, der Standort Dissen bleibe bestehen, haben viele Mitarbeiter bis zuletzt an der Rettung ihres Arbeitsplatzes gezweifelt. „Ich hatte schon mehrere Bewerbungsgespräche bei anderen Firmen“, erzählt ein Angestellter nach der Versammlung vor den Werkstoren. Seinen Namen möchte er lieber nicht in der Zeitung lesen. „Ich hatte mit meiner Familie richtige Existenzängste durchzustehen. Da hat es zu Hause dann auch mal gekracht. Gott sei Dank hatte ich mich noch für keine andere Stelle entschieden“, sagt er. Aufgrund seiner ungewissen beruflichen Zukunft sei es ihm in den vergangenen Wochen zunehmend schwieriger gefallen, Spaß bei der Arbeit zu haben. Jetzt könne er wieder voll motiviert zu Werke gehen.

„Richtige Entscheidung getroffen“

Auch einige Anwohner sind auf den Bürgersteigen vor dem Feinkosthersteller zusammengekommen. Dennis Biedenstein wartete neugierig auf das Ergebnis: „Homann ist extrem wichtig für die Stadt, etliche Arbeitsplätze hängen mit der Firma zusammen. Der Aufsichtsrat hat die richtige Entscheidung getroffen.“ (Lesen Sie auch: Müller bestätigt: Homann bleibt in Dissen und Bad Essen)

Schließlich tritt der Betriebsratsvorsitzende Andreas Straede vor die Tür und reckt den Daumen nach oben in die Luft. „Den Kollegen geht es sehr gut. Es hat großen Applaus bei der Versammlung gegeben. Ich denke, wir haben allen hier ein schönes Wochenende bereitet“, verkündet er. Nach dem Wechselbad der Gefühle aus den vergangenen Monaten könne Homanns Zukunft jetzt in geordnete Bahnen gelenkt werden.

Auch Azubi Tim Hinninger ist heilfroh über die Entscheidung. Momentan absolviert er sein letztes Lehrjahr, seinen ersten Festvertrag hat er vor gerade einmal zwei Wochen unterschrieben. „Ich habe mit den Kollegen auf eine offizielle Stellungnahme gewartet. Bis heute war für uns nicht wirklich klar, dass Homann in Dissen bleibt, auch wenn es in den vergangenen Monaten einige Anzeichen dafür gab“, sagt er. Nun könne er vorerst in Dissen bleiben und abwarten, was in den nächsten Jahren auf ihn zukommt.

Geduld hat sich ausgezahlt

„Wir sind glücklich und zufrieden mit der Entscheidung“, sagt Jens Ontrup, der Teil des Homann-Betriebsrats ist. Für die anstehenden Betriebsratswahlen hat er sich jetzt wieder aufstellen lassen. Dennoch muss Ontrup zugeben: „Ich habe mit dem Gedanken gespielt, mich beruflich anderweitig zu orientieren. Man macht sich schon seine Gedanken darüber, was in dieser unsicheren Situation das Richtige ist. Letzten Endes wollte ich aber nichts übers Knie brechen.“ Seine Geduld hat sich anscheinend ausgezahlt. „Ich hoffe, dass wir alle nach dieser turbulenten Zeit endlich wieder in ruhigere Fahrwasser geraten und es wieder richtig vorwärts geht“, sagt er.

„Nachdem die Stellungnahme von Althusmann im April veröffentlicht wurde, gingen zahlreiche Anrufe von Homann-Mitarbeitern bei uns ein“, erinnert sich Sebastian Zöppel von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten Osnabrück (NGG). „Es wurde verständlicherweise eine Bestätigung erwartet, dass Homann in Dissen bleibt. Diese Bestätigung können wir heute liefern und damit kann jeder zufrieden sein“, sagt Zöppel.


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