Ein Bach verlässt die Unterwelt 150.000 Euro für Landesforsten in Dissen

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Osnabrück. Staatssekretär Frank Doods vom Umweltministerium überreichte einen Scheck im Wert von 150.000 Euro an die Niedersächsischen Landesforsten. Diese renaturieren eine vier Hektar große Brachfläche in der Nähe von Dissen am Teutoburger Wald, die das Land mit Mitteln der EU fördert.

Die Planungen der Niedersächsischen Landesforsten für die Fläche am Wald zwischen Dissen und Wellingholzhausen laufen bereits seit 2015. Die Fläche sollte aufgeforstet werden und der Bach, der unterirdisch in Rohren durch die Erde verläuft, wieder in einen naturgemäßen Zustand gebracht werden. Während der anfänglichen Arbeiten stellte sich jedoch schnell heraus, dass in den 1960er Jahren, während der Verrohrung des Baches und der Auffüllung des Geländes Hausmüll und Bauschutt entsorgt wurden. „Es ist wichtig, diese Altlasten zu beheben, da diese auch dem Grundwasser gefährlich werden können“, sagte Präsident der Niedersächsischen Landesforsten Klaus Merker. „Es ist ein besonderes Projekt.“ (Weiterlesen: Naturschutzprojekt – Lebensraum für verschwundene Tiere im Teutoburger Wald)

Bachtal mit Müll verunreinigt

Während der Verrohrung des Gewässers vor über 40 Jahren ist das Gelände mit verschiedenem Abfall verfüllt und mit Mutterboden überlagert worden. 2016 wurden dann, als Vorbereitungen für den naturnahen Rückbau des verrohrten rund 140 Meter langen Baches, auf der Fläche Probeschürfe mit Baggern angelegt. Durch diese wurde die Bodenverunreinigung entdeckt. „Auch gefährlicher Abfall ist darunter“, sagte Gutachter Andreas Pelzer, während er einen offengelegten Schurf präsentierte. Glas, Hausmüll, Bauschutt, Kunststoff, Reifen und noch viele andere Abfälle wurden gefunden. Die Gutachterfirma IGfAU empfahl aufgrund der Belastungssituation und der Nähe zum Grundwasser die Sanierung mit vollständiger Beseitigung des belastenden Bodenmaterials.

Altlastsanierung und Bachrenaturierung

Staatssekretär Frank Doods vom Niedersächsischen Umweltministerium ist von den Maßnahmen überzeugt. Er übergab den Scheck an Merker mit den Worten: „Man weiß, welchen Nutzen man stiftet.“ Es sei im Sinne aller, den Zeitgeist der Sorglosigkeit zu beseitigen und einen Mehrwert zu schaffen, so der Staatssekretär. Das Gebiet liegt im Naturpark Terra vita, im Landschaftsschutzgebiet Teutoburger Wald und in unmittelbarer Nähe zum FFH-Schutzgebiet Teutoburger Wald, Kleiner Berg. Im Zuge der Allastsanierung und Bachrenaturierung soll ein naturnaher Eichenmischwald mit Fließgewässer und Bachaue entstehen. Dies solle einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung des Naturhaushaltes der benachbarten Waldflächen und des Fließgewässersystems leisten. Außerdem werden neue Jagdgebiete für Fledermäuse geschaffen, so die Niedersächsischen Landesforsten. „Die Sanierung des Bachverlaufs entspricht der Zielsetzung der Wasserrahmenrichtlinie“, so Rainer Städing, Sprecher der Landesforsten. „Letzlich profitieren nicht nur Fledermäuse und andere Tierarten von der Aufforstung der Brache, sondern wir alle von der Sanierung der Altlast und dem dauerhaften Schutz unseres Wassers“, sagte Doods. Mehr aus Dissen im Netz


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