„Industriestadt hat Verpflichtung“ Dissen legt weiter Blühwiesen für Insekten an

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Bis vor einer Weile standen hier noch Spielgeräte. Jetzt wird der ehemalige Spielplatz an der Osningstraße in das Blühwiesen-Projekt der Stadt einbezogen. Bald soll es hier üppig blühen und von Insekten wimmeln. Foto: Horst TroizaBis vor einer Weile standen hier noch Spielgeräte. Jetzt wird der ehemalige Spielplatz an der Osningstraße in das Blühwiesen-Projekt der Stadt einbezogen. Bald soll es hier üppig blühen und von Insekten wimmeln. Foto: Horst Troiza

Dissen. Die Stadt Dissen wird in diesem Jahr mit dem BUND das Projekt Blühflächen und blühende Randstreifen weiter ausbauen. Im vergangenen Jahr waren 12.000 Quadratmeter bepflanzt worden, jetzt sollen noch einmal rund 6000 Quadratmeter dazu kommen.

Das Projekt der Stadt dient in der Hauptsache dem Erhalt einer artenreichen Insektenwelt. E2017 hatte ein renommiertes Wissenschaftsjournal eine Studie zur Insektenvielfalt veröffentlicht. Innerhalb von 25 Jahren hat es in Deutschland einen herben Verlust an Fluginsekten gegeben: 75 Prozent an Biomasse der Insektenarten sind verschwunden. Allerdings konnten die beteiligten Wissenschaftler den Grund für den Verlust nicht nennen. Vermutet werden Klima- oder Biotopveränderungen und Pestizide.

Randstreifen

Heute stellt sich die Frage, wie das Insektensterben zu stoppen ist. Eine Lösung ist, Entwicklungszonen für Insekten zu schaffen. In Dissen haben die Verwaltung, der BUND und einige Betriebe im vergangenen Jahr damit begonnen, blühende Randstreifen und Blühwiesen anzulegen. 12.000 Quadratmeter an der Straße Am Wischkamp, an der Industriestraße und an der Versmolder Straße waren im Frühjahr eingesät worden.

In diesem Jahr wird das Projekt fortgeführt. Die Flächen befinden sich am Neuen Weg, an der Schulstraße und der Osnabrücker Straße in Erpen, zwischen Robert-Bosch-Straße und Dissener Bach, der Industriestraße, entlang eines Weges am Aschener Bach zwischen Haller und Dahauser Straße, nördlich der Tennisplätze an der Mühlenstraße, am Sportplatz, auf einer Teilfläche im Homannpark sowie auf dem ehemaligen Kinderspielplatz an der Osningstraße. Zusätzlich zur Ausweisung der Flächen hat die Verwaltung weitere Gewerbebetriebe angeschrieben und um die Anlage von Blühwiesen auf ihren Freiflächen gebeten.

Samenmischung

Die Initiative geht auf Anregung der CDU-Fraktion zurück. Ratsherr und Landwirt Jochen Meyer zu Drewer hat die verwendete Samenmischung schon auf seinem Gelände ausprobiert und gute Erfahrungen gemacht. „In der gesamten Vegetationsperiode blüht etwas – das ist vielversprechend“, sein Partei- und Berufskollege Michael Menzel will folgen. Wolfgang Dettmer (CDU) erinnerte daran, dass Dissen „als Industriestadt auch eine Verpflichtung gegenüber der Natur hat“. Er dankte den anderen Fraktionen für die Unterstützung. Derk van Berkum (SPD) regte an, weitere Flächen für das Projekt bereitzustellen. „Auch Licht und Lärm können für den Rückgang der Insektenwelt verantwortlich sein. Da müssen wir mal sehen, was wir dagegen machen können“, erklärte er. Mehr aus Dissen im Netz


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