Grundsteinlegung im Regen Gemeindezentrum in Dissen soll Ende 2018 fertig sein

Von Anke Schneider

Grundsteinlegung: Der pastorale Koordinator Stephan Unland (links) und Pfarrer Robert Wagner befüllten die Kupferrolle mit verschiedenen Dokumenten. Foto: Anke SchneiderGrundsteinlegung: Der pastorale Koordinator Stephan Unland (links) und Pfarrer Robert Wagner befüllten die Kupferrolle mit verschiedenen Dokumenten. Foto: Anke Schneider

Dissen. Am Freitag ist in Dissen der Grundstein für das neue Gemeindezentrum auf dem Platz der früheren St.-Ansgar-Kirche gelegt worden. Ende des Jahres soll der Neubau bezugsfertig sein.

„Ich werte das mal als Zustimmung“, sagte Pfarrer Robert Wagner bei der Grundsteinlegung des neuen Gemeindezentrums St. Ansgar am Freitag. Es goss nicht nur in Strömen, dazu blitzte und donnerte es auch noch. In der Antike wurden Gewitter und die Einschläge der Blitze in den Boden als heilige Hochzeit von Himmel und Erde gedeutet. So gesehen, war das Wetter bei der Grundsteinlegung durchaus als himmlische Reaktion erklärbar.

Rund 25 Mitglieder der Kirchengemeinden und der Stadtverwaltung hatten sich unter Regenschirmen auf der Bodenplatte des neuen Gemeindezentrums versammelt. Darin wurde eine Kupferrolle eingemauert, in der Pfarrer Robert Wagner einige Zeitzeugen verschwinden ließ. Darunter die Baupläne, die Neue Osnabrücker Zeitung vom Freitag, einen Satz Münzen, der aktuelle Gemeindebrief und eine Festschrift, die zum Bau der Kirche erstellt worden war.

Gerade einmal 50 Jahre alt war die St.-Ansgar-Kirche in Dissen, als die Entscheidung fiel, das marode gewordene Gotteshaus abzureißen. Die Zahl der Gottesdienstbesucher hatte sich stetig verringert, dafür sah sich die Gemeinde anderen Aufgaben gegenüber. So wurde beschlossen, die nötigen 800000 Euro für die Sanierung nicht in die Hand zu nehmen und stattdessen an gleicher Stelle ein Gemeindezentrum als Stätte der Begegnung zu bauen.

Der Turm wurde belassen, die Kirche verschwand. Die Bodenplatte des neuen Gemeindezentrums ist bereits sichtbar und verrät die Ausdehnung des neuen Hauses. Es bekommt architektonischen Anschluss an die benachbarte Kindertagesstätte. Im Zentrum wird es Gruppenräume geben, einen Beratungsraum, vielleicht für karitative Aufgaben und eine Kapelle, die das traditionelle Friedensgebet und Wortgottesdienste möglich macht. Das Gestaltungskonzept des Künstlers Tobias Kammerer aus Rottweil wurde interessierten Gemeindemitgliedern vor knapp zwei Monaten vorgestellt.

Der Abschied von der Kirche im Sommer vergangenen Jahres ist den Dissenern schwergefallen. Hier wurden die Kinder getauft, Kommunion und Hochzeit gefeiert und von Angehörigen für immer Abschied genommen. Generalvikar Theo Paul hatte es bei einem Gottesdienst zum Abriss der Kirche seinerzeit auf den Punkt gebracht: „Es kann nicht alles beim Alten bleiben, denn dann kann es keine Zukunft geben.“

Eine Arbeitsgruppe hatte sich damit beschäftigt, was die Kirchengemeinde in Dissen braucht. Aus zahllosen Gesprächen hat sich herauskristallisiert, dass die Kita erweitert werden muss und dass St. Ansgar Räume für Begegnung – sowohl für Senioren als auch für Kinder und Jugendliche – braucht. Es wurde aber auch ganz deutlich, dass die Kirche an der Meller Straße 15 sichtbar bleiben muss, woraufhin die Entscheidung fiel, den Turm zu belassen und auch eine Kapelle einzurichten.

Laufen die Bauarbeiten nach Plan, dann könnte die Kirchengemeinde im nächsten Winter bereits die Einweihung des Kita-Anbaus und des neuen Gemeindezentrums samt Kapelle feiern.