„Jazz für Leute, die gut drauf sind“ Jolly Jazz Orchestra im Jazz Club Dissen

Von Jan Kampmeier


Dissen. Mit dem Düsseldorfer „Jolly Jazz Orchestra“ stand im Jazz Club Dissen eine Band auf der Bühne, die in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen feiert.

Es gebe „Musik aus der Zeit, als Jazz noch mit zwei s geschrieben wurde“, so Freddy Schauwecker im Jazz Club Dissen. Vor 50 Jahren hat der Posaunist sein Jolly Jazz Orchestra gegründet, und ihre Musik ist größtenteils noch ein paar Jährchen älter: New Orleans-Jazz, Dixieland, Swing.

Stilsichere Routiniers

Der traditionelle Mix sorgt im Jazz Club Dissen wieder einmal für ein volles Haus und beste Stimmung. Die sieben Musiker erweisen sich nämlich als absolut stilsichere Routiniers alter Schule, die mit größter Gelassenheit und tadellosem Zusammenspiel aufwarten. Dabei lassen sie die Musik gut gelaunt swingen und wirken ausgesprochen authentisch. Ohnehin fühlt man sich schon allein durch die Besetzung der Düsseldorfer Band fast nach New Orleans versetzt, wird als Bassinstrument doch das Sousafon verwendet, in der Rhythmusgruppe ist außerdem neben dem Schlagzeug auch das Banjo vertreten.

Ziemlich locker und etwas verschmitzt geht es bei diesen Herren zu, die ihrem gesetzten Alter zum Trotz so agil und frisch jazzen. So nimmt Freddy Schauwecker allen Ernstes ein Bierglas als Dämpfer für seine Posaune und stülpt es danach über ein Mikro, das gerade nicht gebraucht wird. Häufig erzeugt schon die Ansage des nächsten Titels zustimmendes Raunen im Saal, etwa bei „Alexanders Ragtime Band“, eine Nummer die Bandleader Freddy Schauwecker singt. Auch die meisten seiner Bandkollegen sind im Laufe des Abends als Sänger zu hören, so etwa Peter Colditz, eigentlich Saxofonist und Klarinettist mit „Blue Moon“, Hans Kirchmeyer (Banjo) mit „Sweet Georgia Brown“, Gary Jarmin (Saxofon und Klarinette) mit „I‘m Gonna Sit Right Down and Write Myself a Letter“ und, besonders gekonnt, Tom Bierman (Sousafon) mit Fats Wallers „(What Did I Do to Be so) Black and Blue“.

Gastsängerin Moni Henning

Nach der Pause zaubern die Musiker schließlich als Gast die Sängerin Moni Henning aus dem Hut, die mit ihrer kräftigen Blues-Stimme zum Beispiel „Georgia on My Mind“, „Some of These Days“ oder George und Ira Gershwins „‘S Wonderful“ singt. Am Ende des Abends kann man Bandleader Freddy Schauwecker nur Recht geben, wenn er sagt: „Diese Musik lebt“, sie sei „was für Leute, die gut drauf sind.“