80 Prozent aller Fahrer zu schnell „Rennstrecke“ Rechenbergstraße soll entschärft werden

Von Horst Troiza

Im Bereich des Lernstandortes sind Kilometern pro Stunde erlaubt, aber kaum ein Autofahrer hält sich an die Vorgabe. Doch gerade dort sind häufig Schulkinder unterwegs, die dort an Umweltprojekten teilnehmen. Foto: Horst TroizaIm Bereich des Lernstandortes sind Kilometern pro Stunde erlaubt, aber kaum ein Autofahrer hält sich an die Vorgabe. Doch gerade dort sind häufig Schulkinder unterwegs, die dort an Umweltprojekten teilnehmen. Foto: Horst Troiza

Dissen. Die Rechenbergstraße ist eine Rennstrecke. Selbst dort, wo eine Tempobegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde ausgeschildert ist, wird gerast. Eine Geschwindigkeitsmessung hat ergeben, dass 80 Prozent der Fahrer dort schneller unterwegs sind als erlaubt. Politik und Verwaltung wollen dagegen vorgehen.

„Jetzt haben wir Handlungsbedarf“. Jürgen Dallmeyer (UWG), Vorsitzender im Bauausschuss, war empört wie auch seine Kollegen. Die Rechenbergstraße befindet sich bereits länger im Fokus von Politik und Verwaltung. Seit im vergangenen Sommer ein Fußgänger dort ums Leben gekommen ist, wird auf eine Sicherung des Verkehrsweges hingearbeitet. Große Hoffnung war darin gesetzt worden, innerhalb des Radwegeplans des Landes dort eine separate Spur für Fußgänger und Radfahrer anlegen zu können. Das kann aber noch Jahre dauern, wie die Landesstraßenbaubehörde mitgeteilt hat. In der Prioritätenliste für solche Baumaßnahmen befindet sich der Ausbau der Rechenbergstraße auf Platz 11.

Ignorante Fahrer

Die kürzlich durchgeführte Geschwindigkeitsmessung unterstreicht die Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer auf dieser Strecke. Vier Fünftel aller Fahrer drücken dort zu sehr auf die Tube. Besonders im Bereich des Lernstandorts Noller Schlucht, wo sich häufig Schulkinder aufhalten und das Tempo deshalb auf 50 Kilometern pro Stunde begrenzt ist, schert sich kaum jemand um die Reduzierung. 80 Prozent sind zu schnell unterwegs, von diesen fahren zudem mehr als 25 Prozent mehr als 70 Kilometern pro Stunde.

In den nächsten Wochen wollen Ratsmitglieder und die Verantwortlichen die nötigen Maßnahmen im Rahmen einer Verkehrsschau mit Verantwortlichen des Kreises und der Polizei erörtern. Auch die Landesstraßenbaubehörde wird eingeladen werden, denn die Rechenbergstraße ist eine Landesstraße. (Weiterlesen: Aktion des Landkreises – Schild an Dissener Rechenbergstraße erinnert an tödlichen Unfall eines Motorradfahrers 2014)

Mitte Mai Verkehrsschau

„Da müssen Blitzer her, anders ist die Situation nicht zu beherrschen. Schilder richten dort nichts aus, es wird massiv gegen die Tempobegrenzung verstoßen“, so Dallmeyer während der Ausschusssitzung: „Das Argument des Abzockens lasse ich nicht gelten, dort geht es um Sicherheit.“ Heiner Prell (CDU) führte aus, die vorhandenen Schilder noch deutlicher zu positionieren und zusätzlich mit Markierungen auf der Straße aufmerksam zu machen. Derk van Berkum (SPD), auf dessen Anregung die Geschwindigkeitsmessung zurückgeht, forderte ein baldiges Vorgehen. Die Verkehrsschau wird Mitte Mai stattfinden, danach will der Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung die gewonnenen Ergebnisse beraten und Beschlüsse fassen.

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