Auf der Suche nach dem Geist der Wildheit Dissener plant eine Reise nach Kamtschatka

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Die Möglichkeit, an die Ränder der Welt zu reisen, hat Dennis Hartke fasziniert, seit er vor drei Jahren erstmals nach Grönland reiste. Foto: HartkeDie Möglichkeit, an die Ränder der Welt zu reisen, hat Dennis Hartke fasziniert, seit er vor drei Jahren erstmals nach Grönland reiste. Foto: Hartke

Dissen. Mallorca, Paris, Hawaii? Das sind keine Reiseziele für Dennis Hartke. Er besucht lieber „die abgedrehten Ecken der Welt“, wie er sagt. Als Reiseleiter des Unternehmens „Travel to life“ kann er das auch. Als Spezialisten für außergewöhnliche Wanderreisen und Reiseländer weltweit hat sich das Unternehmen auf die Fahne geschrieben, den Reisegästen nachhaltige Eindrücke zu ermöglichen.

Drei Jahre ist es jetzt her, dass Dennis Hartke das Reisen für sich entdeckte. „Angefangen hat das Spektakel in Grönland“, sagt er. Die Möglichkeit, an die Ränder der Welt zu reisen, habe ihn damals fasziniert. Es sei nicht nur das ewige Eis oder die potenzielle Gefahr, die in der Wildnis lauert. „Die Herausforderung darin liegt nicht in der Gewalt oder dem Schonungslosen. Eher in dem Absurden, in dem, was man damit hinterlässt.“ Den Stempel „Abenteurer“ oder „harter Hund“, musste Dennis Hartke sich zwar aufdrücken lassen. Die Möglichkeit, Menschen diese entlegenen Winkel zu zeigen, das große Unbekannte zu entdecken, mache das aber wieder wett. Mehr aus Dissen im Netz

Vier Wochen Osteuropa

Seit Grönland ist Dennis Hartke in einigen Ländern abseits der normalen Routen gewesen. Er reiste durch Japan, ging in Nepal wandern, lag in Oman am Strand und aß Hamburger in New York. „Aber nichts fühlte sich besser und lebendiger an, als eine Reise von fast vier Wochen durch Osteuropa“, sagt er. Das entspannte Budapest, die Wildnis Rumäniens, die unbekannte einladende Atmosphäre in Moldawien, das absurde Transnistrien und die Ukraine mit einem extremen Besuch in Tschernobyl haben Eindruck hinterlassen. Nach dem Besuch in der Geisterstadt Stadt Prypjat, die schon fast wieder einem Urwald gleicht, wusste er. „Der Mensch kann den Planeten gar nicht zerstören. Auch wenn die Umgebung so verseucht ist, dass wir darin nicht mehr leben können – die Natur kann es.“

Nach dieser Reise fragte sich der Dissener, was sich wohl noch weiter in Richtung Osten verbirgt. „Aber nicht die Mongolei oder Tadschikistan, nein, noch weiter im russischen Riesenreich“, sagt er. Und so kam Dennis Hartke auf die Idee nach Kamtschatka zu gehen. „Wenn ein Land schon in der Namensbedeutung das Wort ,rau‘ beinhaltet, dann lässt es mein Herz sofort höherschlagen“, schmunzelt er. Diese Halbinsel sei für ihn eine Urwelt, ein Sperrgebiet, vollgepackt mit wilder Natur, wilder Schönheit, aktiven Vulkanen und der größten Bärenpopulation der Welt. „Abseits der wenigen Orte ist es komplett unzugänglich, teilweise – so sagt man, seien manche Landesteile noch gänzlich unentdeckt. Nomaden zögen mit ihren Rentierherden umher, manche reiten sogar auf ihnen.

Bären beim Fischen

Mit einer Reisegruppe will er die Halbinsel, die so groß wie Deutschland ist, jedoch nur so viele Einwohner wie Osnabrück hat, im Juli erkunden. Es geht auf die Vulkane, auf den Fluss zum Rafting und zum Tal der Geysire. Er will mit seinen Gästen zum Kurilensee und den Bären beim Fischen zusehen. „Wir wollen etwas mit nach Hause bringen, was kein anderer mitnehmen kann. Den wahren Geist der Wildheit“, sagt Hartke. Im August geht es auf eine weitere nordische Reise, und zwar nach Alaska. Es ist der wahrscheinlich kälteste Staat der USA, der im Westen an das Beringmeer, im Norden an das Nordpolarmeer, im Osten an Kanada und im Süden an den Pazifischen Ozean grenzt. „Wir werden den Denali Nationalpark und den Katmai-Nationalpark besuchen“, so Dennis Hartke. Die Welt der Karibus und Grizzly-Bären.

„Lasst uns reisen, lasst uns leben, die Welt sehen, entdecken und uns formen“, möchte Hartke andere für seine Abendteuer begeistern. „Wir sind dazu da, diese Welt zu betrachten und zu verstehen. Wir können jedoch nicht verstehen, wenn wir nicht losziehen“, sagt der Dissener. Reisen in „abgedrehte Orte“ erdet – hat Dennis Hartke festgestellt. Probleme werden klein oder verschwinden. Die Sicht auf die Welt wird komplex. „Die Menschen hier wissen nicht, wie gut es ihnen geht“, sagt der Weltenbummler. Und sie wüssten nicht, wie cool die Welt eigentlich ist.


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