„Die bleiben noch hier!“ So reagieren die Dissener auf die Homann-Neuigkeiten

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Dissen. Die Ankündigung von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, dass Homann die Produktion in Dissen nun doch weiterführen möchte, hat in der Südkreis-Gemeinde für Erleichterung gesorgt.

Irgendwie passte das Wetter am Freitagnachmittag zur Botschaft aus Hannover: Als hätte sich die Sonne mit dem Wirtschaftsminister abgesprochen, sorgten die Sonnenstrahlen für eine fast schon sommerliche Atmosphäre in der Dissener Innenstadt. Einige hatten schon im Radio von den neuen Entwicklungen rund um Homann gehört – und waren entsprechend erleichtert. Zu ihnen gehörte Wolfgang Krellmann, für den sich quasi eine Ahnung bestätigte: „Irgendwie habe ich immer daran geglaubt. Es gab ja ein Hin und Her bei den Finanzierungsfragen in Sachsen. Darum habe ich gedacht: Die bleiben noch hier!“

Wenige Stunden zuvor hatte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) die Katze aus dem Sack gelassen: „Der Produktionsstandort Dissen scheint gerettet.“ Er habe „den ernsthaften Eindruck“, dass Müller am Standort festhalten werde.

Homann bestimmendes Thema

„Das ist natürlich auch für uns Geschäftsleute eine gute Nachricht“, sagte Kioskbetreiber Arno Schomberg im Gespräch mit unserer Redaktion. Schließlich sei Homann ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die ganze Region. Er hatte jedoch nach dem vor rund einem Jahr verkündeten Aus des Standorts zunächst keine Hoffnung mehr auf einen Verbleib Homanns in Dissen.

Als sich in den vergangenen Monaten herausstellte, dass die ursprünglichen Pläne auf den Prüfstand gestellt werden sollen, wurde auch er optimistischer. Wie es zum Sinneswandel im Müller-Konzern kommen konnte, kann er sich nicht erklären. „Vielleicht lag es an den Zuschüssen, die in Sachsen nun doch nicht fließen. Nein, das wäre Kaffeesatzleserei.“ Jedenfalls sei Homann nicht nur in Dissen, sondern auch in Bad Rothenfelde das bestimmende Thema in den vergangenen zwölf Monaten gewesen. „Auch dort gab es bei vielen Menschen eine große Unsicherheit, wie es nun weitergeht.“ Schomborg betreibt neben seinem Geschäft am Dissener Mini-Kreisel auch zwei Lotto-Presse-Zentren im Kurort auf der anderen Seite der A33.

Enttäuschung war zu spüren

Zu Schomborgs Nachbarn in Dissens Zentrum gehört auch Annette Brinkmann-Lescher, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite ihre Apotheke betreibt. Sie hatte nach eigenem Bekunden zuletzt kaum noch mit Homann gerechnet. „Eine große Enttäuschung und teilweise auch Resignation war durchaus zu spüren.“

Eher vorsichtig freute sich Heiner Prell, der für die CDU im Stadtrat sitzt und am Freitagnachmittag an der Mahnwache für das geschlossene Klinikum teilnahm. „Ich habe die Nachrichten gelesen, wenn sich das alles so realisiert, freuen wir uns, dass Homann in Dissen bleibt. Etwas Besseres kann uns nicht passieren.“ Er wolle jedoch abwarten, bis „die Tinte trocken“ ist: „Die letzte Entscheidung – und da lege ich Wert drauf – wird die Firma ja wohl erst in vier Wochen bekannt geben.“ Er habe in den vergangenen Monaten einen beeindruckenden Zusammenhalt in Dissen feststellen können, zuletzt aber auch manch einen geknickten Dissener.

Alteingesessene Firma

„Ich finde es gut, dass Homann bleibt. Das ist eine alteingesessene Firma, die man in Ehren halten sollte“, kommentierte Rosemarie Austmeyer die neuen Entwicklungen. Durchaus überrascht zeigte sich Michael Philipps. „Ich habe zum Schluss nicht mehr dran geglaubt, da war das Thema für mich durch. Das habe ich auch von einigen Mitarbeitern gehört. Viele haben sich ja auch nach anderen Arbeitsplätzen umgesehen. Wenn sich das Blatt jetzt wenden würde, wäre das natürlich wunderbar.“


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