Rund 7000 Euro Schaden Freiheitsstrafe für Dissener Mietbetrüger

Von Heiko Kluge

Eingang zum Amtsgericht Bad Iburg im Iburger Schloss. Foto: Michael SchwagerEingang zum Amtsgericht Bad Iburg im Iburger Schloss. Foto: Michael Schwager

Bad Iburg/Dissen. Das Amtsgericht verurteilte einen Mann und eine Frau aus Dissen wegen Betruges zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe sowie einer Geldstrafe. Das Ehepaar hatte in Bad Rothenfelde eine Wohnung angemietet und über ein halbes Jahr keine Miete gezahlt.

Dder heute 34 Jahre alte Mann und seine 29-Jährige Ehefrau hatte laut Anklage uneingeschränkte Zahlungsfähigkeit vorgespiegelt und ab August 2017 eine Wohnung in Bad Rothenfelde angemietet. Die vereinbarte Miete habe das Paar allerdings nie gezahlt, erklärte der Vermieter. Vergeblich habe er die beiden auf die ausstehenden Zahlungen angesprochen: „Es kam keine Reaktion.“ Schließlich strengte der Vermieter eine Räumungsklage an. Einen Tag vor dem Gerichtstermin am vergangenen 4. Februar seien die Angeklagten schließlich aus seiner Wohnung ausgezogen, so der Zeuge. Zurück ließen die beiden 4800 Euro reine Mietschulden. Doch mit Anwalts- und Gerichtskosten sei ihm insgesamt ein Schaden von rund 7000 Euro entstanden, schätzte der Vermieter. Bis heute hat das Ehepaar seine Mietschulden nicht beglichen. Mehr aus Bad Rothenfelde

„Überblick verloren“

„Ich habe über Schulden und Ausgaben komplett den Überblick verloren“, erklärte der 34-Jährige. Als er und seine Frau den Mietvertrag unterzeichneten, habe er gerade eine neue Arbeitsstelle in Bad Rothenfelde angetreten. Insgesamt hätten sich bei ihm mittlerweile 18.000 Euro Schulden angehäuft.

„Ich konnte nichts machen“, erklärte seine Frau. „Mein Mann hat mir nicht erklärt, dass er den Überblick über die Finanzen nicht mehr hat.“ Dass ihr Mann bereits bei einer früheren Wohnung die Miete nicht gezahlt hatte, will sie nicht gewusst haben. Darüber habe ihr Mann nie groß mit ihr gesprochen.

„Vogel-Strauß-Taktik“

Dem 34-Jährigen sei bewusst gewesen, dass er aufgrund seiner finanziellen Situation die fällige Miete gar nicht würde bezahlen können, war der Staatsanwalt überzeugt. Dessen Ehefrau habe „die Vogel-Strauß-Taktik gefahren“ und den Kopf in den Sand gesteckt. „Aber damit nicht genug: Sie sind bis zur Räumungsklage in der Wohnung geblieben und erst einem Tag vor dem Gerichtstermin ausgezogen.“ Damit sei dem Vermieter ein immens hoher Schaden entstanden.

Der 34-Jährige hatte in den Augen des Staatsanwaltes auch noch einen weiteren Betrug begangen, als er im August 2016 bei einem Anbieter Erotikartikel im Wert von knapp 46 Euro bestellt und nicht bezahlt hatte.

Einschlägig belastet

Das Gericht machte sich den Antrag des Staatsanwaltes zu eigen, als es den 34-Jährigen wegen Betruges in zwei Fällen zu zehn Monaten auf Bewährung und dessen Frau wegen Betruges zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils 10 Euro verurteilte. Wirklich bedenklich stimme es, dass der 34-Jährige wegen einer gleich gelagerten Straftat bereits einschlägig in Erscheinung getreten sei, so der Richter. „Sie haben von vornherein nicht einmal den Versuch gemacht, die Miete zu zahlen.“

Der strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getretenen 29-Jährigen hielt der Richter zugute, dass sie in dem Fall nur eine untergeordnete Rolle gespielt hatte. Die Bewährungszeit setzte das Gericht bei dem Angeklagten auf drei Jahre an, während der ihm auch ein Bewährungshelfer zur Seite stehen soll. Zusätzlich wurde dem 34-Jährigen noch eine Geldauflage von 900 Euro auferlegt und die Weisung erteilt, sich an eine Schuldnerberatung zu wenden. „Wenn wir uns noch einmal widersehen sollten in einem solchen Verfahren“, warnte der Richter, „dann sind Ihre Chancen auf freiem Fuß zu bleiben relativ schlecht.“

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