Kunstaktion auf der Laga Ein Gewürzmörser für Dissen, für Bad Iburg ein Ahornblatt

Meine Nachrichten

Um das Thema Dissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Dissen. Wo entsteht Kunst? Egal ob Literatur, Song oder Skulptur, meist führen Stille und verschlossene Türen in die Kreativität. Anders auf der Landesgartenschau. Hier wird Kunst schon bei ihrer Entstehung sichtbar – auf der Lichtung der Bildhauer.

Sechs Gemeinden, sieben Künstler, das sind die wesentlichen Elemente der Kunstaktion, zu der der KuK SOL (Kunst- und Kulturverein Südliches Osnabrücker Land) aufgerufen hatte. 32 Künstler aus Deutschland und den Niederlanden bewarben sich darum, jeweils zwei Wochen lang eine Skulptur erschaffen zu dürfen. Jede der sechs Südkreisgemeinden geht dabei eine Patenschaft mit einem Künstler ein, der für die Dauer seiner Arbeit in Hilter, Bad Laer, Dissen, Bad Rothenfelde, Glandorf oder Bad Iburg wohnt und dessen Werk nach dem Ende der Laga in dem jeweiligen Ort seinen Platz findet.

Zwischen dem 18. April und dem 14. Oktober erarbeiten die Kreativen unter freiem Himmel eine Skulptur und erhalten dafür von „ihrer“ Gemeinde ein Honorar von 5000 Euro.

Plastik für die Heimatstadt

Dafür muss Axel Buschmann nicht einmal umziehen. Der Bad Iburger darf eine Plastik für seine Heimatstadt gestalten. Das hat eine Jury aus Vertretern der Gemeinden nach einer Vorauswahl durch den KuK bestimmt. „Die Entscheidungen waren eindeutig“, berichtet der KuK-Vorsitzende Klaus-Dieter Weitzel.

Buschmann kreiert ein halbes Ahornblatt, das aus der Oberfläche eines Sees ragt und durch die Spiegelung im Wasser komplett wirkt. „Er hat sich so gefreut, dass er dabei ist“, erzählt die stellvertretende KuK-Vorsitzende Vera Sprengkamp. Drei Meter lang wird das Blatt, das Buschmann aus Lärche fertigt.

Ein Heimspiel ist die Aktion auch Angela Große. Die Hilteranerin gestaltet ein Werk für Hilter. Wo genau zwischen Natrup und Borgloh es seinen Platz finden wird, stimmt sie mit der Gemeinde ab. Ideen für ihre Skulptur hat sie bereits. Ihr Material ist der Stein, ihre Favoriten: ein Objekt rund um die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft oder aber eine Skulptur, die sich mit Insekten beschäftigt.

Zwei Wochen auf der Lichtung

Wie alle Künstler hatte sie die Wahl zwischen Holz, Metall und Stein. Das Material stiften Sponsoren. „Wir würden uns über weitere Förderer sehr freuen“, wirbt Weitzel um Unterstützung.

„Jeder Künstler arbeitet zwei Wochen auf der Lichtung“, sagt Sprengkamp. Eine Lücke gibt es im Juli, denn dann kümmern sich die Ausgewählten um andere Projekte, einer ist in den USA, eine weilt in Lettland.

In den Arbeitsphasen auf der Lichtung zwischen den Waldseen schützen Segel vor Sonne und Wind. Darunter packen die Künstler Meißel, Säge und Knüpfel aus. Rundherum stehen Bänke, ganz nah sollen sich Künstler und Zuschauer kommen.

Den Anfang machen die Georgsmarienhütterin Margit Rusert und Franz Greife aus Osnabrück, sie bearbeiten ab dem 18. April, dem Eröffnungstag der Laga, einen drei Meter langen und einen Meter dicken Stamm einer Hofeiche von der Nahner Spiegelburg. Auch Rainer Ern aus Lübbecke gestaltet ein Objekt aus Holz und/oder Metall, das in Bad Rothenfelde eine Heimat finden wird. Dafür will sich der 60-Jährige intensiv mit dem Kurort auseinandersetzen.

Schöne Balance der Künstler

Aus dem bayerischen Altfraunhofen kommt Martina Kreitmeier: Die 47-Jährige war schon bei den Dissener Skulpturenwochen dabei. Sie möchte für Glandorf ein Objekt aus Holz schaffen. „Wir haben eine schöne Balance zwischen regionalen und überregionalen Künstlern“, findet Vera Sprengkamp. Und so kommt der Künstler für Dissen gleich aus dem Nachbarort. In Borgholzhausen arbeitet Jörg Spätig mit Metall und Beton. Wer die Golfskulptur auf dem Wertheraner Kreisel kennt, kennt damit ein Spätig-Werk. Für Dissen denkt er an einen Gewürzmörser mit Stößel: ein Denkmal für die Lebensmittelindustrie in der Stadt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN