Polizei rät zur Vorsicht Vermehrt Enkeltrickanrufe im Südkreis

Der Polizei sind in den vergangenen Tagen mehrere versuchte Enkeltrickanrufe angezeigt worden. Die meisten Fälle betrafen Bürger im südlichen Landkreis Osnabrück. Symbolfoto: dpa/Julian StratenschulteDer Polizei sind in den vergangenen Tagen mehrere versuchte Enkeltrickanrufe angezeigt worden. Die meisten Fälle betrafen Bürger im südlichen Landkreis Osnabrück. Symbolfoto: dpa/Julian Stratenschulte

pm Dissen. Der Polizei sind in den vergangenen Tagen mehrere versuchte Enkeltrickanrufe angezeigt worden. Die meisten Fälle betrafen Bürger im südlichen Landkreis Osnabrück .

So rief ein Unbekannter am Donnerstagmittag eine 83-Jährige in Dissen an. Er gab vor, ihr Neffe zu sein und 16.000 Euro für einen Vertrag beim Notart forderte. Gegen 13.30 Uhr wurde eine 72-jährige Frau in Hasbergen angerufen. Der vermeintliche Bekannte sagte, dass er 10.000 Euro für einen Hauskauf benötige. Beide Frauen gingen den Betrügern nicht auf den Leim und legten auf, teilte die Polizei mit.

Bekannte Masche

Der Polizei zufolge nennen die Anrufer ihren eigenen Namen nicht und reden die Angerufenen mit „Du“ an. Mit einer freundlichen Eingangsfrage „Rate mal, wer hier spricht?“ könnten sofort potenzielle Beziehungen ausgelotet werden. Je nach Antwort der möglichen Opfer geben sich die Anrufer am Telefon beispielsweise als Enkel, Neffe oder Nichte, als sonstige nahe Verwandte oder „gute alte“ Bekannte aus. Wegen eines Unfalls oder für den Kauf eines Autos oder Hauses bitten sie dann um Geld. Wiederholte Anrufe in kurzen Abständen nehmen dem Opfer die Möglichkeit, sich darüber Gedanken zu machen oder sich mit den eigenen Verwandten zu beraten. Unter emotionalem Druck willigen sie ein, heben Geld bei ihrer Bank ab und treffen sich dann mit einem Abholer, der vom vermeintlichen „Enkel“ geschickt wurde, um das Geld an der Haustür abzuholen. Mitunter werden die Opfer auch dazu gedrängt, Geld auf ein (ausländisches) Konto zu überweisen oder leicht transportable Wertgegenstände auszuhändigen. Die Wahl der Opfer verläuft meist über Telefondaten. Hierbei werden gezielt Vornamen ausgewählt, die auf ältere Jahrgänge schließen lassen, etwa Anneliese, Klara, Hedwig, Hans-Peter, Josef, Alfred.

Ältere Menschen im Fokus

Gefährdete Opfer sind ältere, vereinsamte, schwerhörige, seheingeschränkte sowie demente Menschen. „Und hier kommt die Familie, die Angehörigen ins Spiel“, wird Anke Hamker von der Polizei Osnabrück in der Mitteilung zitiert. „Warnen Sie Ihre Angehörigen vor diesen Anrufern, kümmern Sie sich um die älteren Leute, halten Sie Kontakt zu Ihnen. Jeder denke: „Das kann mir doch nicht passieren! Ich falle doch auf so etwas nicht rein.“ Weit gefehlt: In den letzten Jahren erbeuteten Betrüger mit der Enkeltrickmasche Millionenbeträge, schreibt die Polizei.