Wird Dissener Werk aufgeteilt? Müller entscheidet frühestens im April über Homann

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Wie geht es weiter mit dem Dissener Homann-Werk? Symbolfoto: Michael GründelWie geht es weiter mit dem Dissener Homann-Werk? Symbolfoto: Michael Gründel

Dissen. Projekt Iris, das steht im Konzern von Theo Müller für die Umstrukturierung und Umsiedlung von Homann ins sächsische Leppersdorf. Hier wollte der Molkemilliardär für mindestens 300 Millionen Euro ein neues Werk bauen. Der Plan steht seit über drei Monaten auf dem Prüfstand.

Mitte Dezember hatte die Homann-Geschäftsführung ihre Mitarbeiter mit einem Schreiben überrascht. Nach Abschluss von Interessenausgleich und Sanierungsplan habe das Sanierungsprojekt Iris begonnen, befinde sich aber bereits in einer Überprüfungsphase. „Wenn diese Phase abgeschlossen ist, machen wir weiter“, hatte Müller-Sprecher Alexander Truhlar damals auf Anfrage unserer Redaktion erklärt.

Und bei der Jubilarfeier Ende Januar verstreute der Geschäftsführer wohldosierte Hoffnungskrümel unter den langjährigen Mitarbeitern. „Hoffen wir, dass wir in den nächsten Monaten etwas schaffen, das uns glücklich macht“, sagte Jürgen Fabian. „Homann braucht Sie auch weiterhin. Also ich sehe Sie alle gerne auf der 50-Jahr-Feier wieder“, wandte sich Fabian an die Jubilare und versprach: „Keiner muss hier vorzeitig in Rente gehen.“ Was ihn betreffe, habe er „die unbedingte Absicht, länger bei Homann und hier in Dissen zu bleiben“.

Drei Monate Bedenkzeit sind verstrichen

Drei Monate hatten die Manager nach Informationen unserer Redaktion für die Überprüfung der Pläne angesetzt. Diese sind jetzt verstrichen. Was nun, Herr Müller? „Es gibt nichts Neues“, sagte sein Sprecher am Montag. Damit bleibt die Ungewissheit für die Homänner, in Dissen wie in Bad Essen, in Bottrop wie in Floh-Seligenthal.

Im Juni vergangenen Jahres hatte Homann angekündigt, seine vier Werke 2020 zu schließen, auch die Dissener Fabrik mit ihrer 140-jährigen Geschichte. Konzern-Patriarch Theo Müller erkor Leppersdorf zur neuen Homann-Heimat. Hier hat er mit Millionensubventionen schon die Firma Sachsenmilch aus sächsischem Boden gestampft.

Im Osnabrücker Land war man fassungslos, sauer, verzweifelt. Den Arbeitnehmervertretern blieb nur noch, mit der Geschäftsführung Sozialplan und Interessenausgleich auszuhandeln – mit mageren Ergebnissen für die Homänner, die dem Unternehmen seitdem scharenweise die kalte Schulter zeigen.

Ein Name, viele Produktionsorte

Viele fühlen sich betrogen, wurde ein Tarifvertrag doch unter der Bedingung abgeschlossen, dass das neue Werk nicht mehr als 50 Kilometer vom alten gebaut werde. Die Beziehung zwischen Homann und seinen Angestellten hat seither tiefe Risse.

Dann die Denkpause: Theo Müller wolle seine Umzugspläne überdenken, hieß es, Mitte März neu entscheiden. Das Salatwerk beispielsweise, berichten Homann-Kenner, ist erst 25 Jahre alt und wäre gut auf den neuesten Stand zu bringen. Das Werk könnte demnach auch aufgeteilt werden. Das Grundstück, das Dissen für den Homann-Neubau vorgesehen hatte, steht nicht mehr komplett zur Verfügung. Aber auch die Pläne für Leppersdorf scheinen zu haken.

Theo Müller, heute 78, hat aus dem Nichts ein Lebensmittel-Imperium aufgebaut. Foto: dpa

Homann produziert seine Feinkostsalate, Remouladen, Dressings und Brotaufstriche in Dissen, Lintorf, Bottrop, Rogätz, Sassnitz und Floh-Seligenthal und in den polnischen Orten Poznan und Charzyno.


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