„Wir brauchen den Input der Akteure“ QualiVIT: Dissen steigt in den Dialog ein

Von Alexander Heim

Diskussionsrunde im Lernstandort Noller Schlucht: Nach einem ersten Input wurde in mehren Kleingruppen erörtert, welche Angebote in Dissen womöglich fehlen. Foto: Alexander HeimDiskussionsrunde im Lernstandort Noller Schlucht: Nach einem ersten Input wurde in mehren Kleingruppen erörtert, welche Angebote in Dissen womöglich fehlen. Foto: Alexander Heim

Dissen. Nachdem bereits in zehn Kommunen des Landkreises der Startschuss gefallen ist, trafen sich jetzt auch in Dissen Interessierte, um maßgeschneiderte Konzepte für den Bildungsbedarf zu erarbeiten.

„Was sind die größten Herausforderungen in der Stadt Dissen? Und: „Was brauchen wir vor Ort, um Diversität im Bildungsbereich erfolgreich zu gestalten?“ - das waren die beiden Hauptfragen, mit denen sich die 25 Teilnehmer der Auftaktveranstaltung zum Programm „QualiVIT“ in den Räumen des Lernstandortes Noller Schlucht auseinandersetzten.

Ins Gespräch kommen

Vertreter der örtlichen Jugendarbeit, der Schulen, des Kinder- und Familien-Zentrums, des Westfälischen Kinderdorfes „Niedersachsen“, aber auch der Schulen und eines Sportvereins hatten sich hier eingefunden, um in das Thema „Qualifizierung für Vielfalt, Integration und Teilhabe im Landkreis Osnabrück“ intensiver einzusteigen.

Simone Gangei vom Bildungsbüro für den südlichen Landkreis Osnabrück, führte dabei in die Idee und das Konzept von „QualiVIT“ ein: „Bei der Auftaktveranstaltung wollen wir mit den Menschen in der Gemeinde ins Gespräch kommen und erfahren, welchen Bildungsbedarf es gibt.“ Ein wichtiger Ansatz. Schließlich „soll ein maßgeschneidertes Fortbildungsprogramm entstehen.

Ein Konzept, das auch Dissens Bürgermeister Hartmut Nümann ausdrücklich begrüßte. Er hieß die Gäste am Lernstandort Noller Schlucht willkommen. „Das passt gut. Schließlich hat auch der Lernstandort etwas mit Bildung zu tun“, bezog er sich dabei auf den Ort des Geschehens.

Hilfe nicht nur auf dem Papier

Wichtig war Dissens Stadtoberhaupt zu betonen, dass es nicht nur der Hilfe auf dem Papier bedürfe. „Wir brauchen konkrete Hilfen“, merkte er an. Gerade in jüngerer Vergangenheit hätte die Zuwanderung für Sprachprobleme in den Schulen gesorgt. „Es wäre schön, wenn wir da Hilfe bekämen und man uns Konzepte aufzeigen könnte“, so sein Wunsch.

Simone Gangei stellte heraus, dass die Themen „Diversität“, „Sprache“, die „Kommunikation mit Eltern“, aber auch „Achtsamkeit und Selbstkompetenz“ die inhaltlichen Schwerpunkte von „QualiVIT“ bilden würden. „Was müssen wir in Dissen platzieren, um den Bedarfen gerecht zu werden?“, stellte sie dabei als wichtige Leitfrage in den Raum. „Wir setzen dabei bei dem an, was es in Dissen schon gibt. Wir wollen mit bestehenden Gruppen zusammenarbeiten“, betonte sie zudem. Wichtig für ein gutes Gelingen: „Wir brauchen den Input der Akteure“, so Gangei.

Thema „Diversität“

Das Thema „Diversität“ stellte anschließend der Integrationsbeauftragte des Landkreises Osnabrück, Werner Hüslmann, in den Mittelpunkt. Er sammelte zunächst einmal in einer Vorstellungsrunde die Erwartungen der Teilnehmer, ehe es in Kleingruppen an eine offene Diskussion der zwei wesentlichen Fragen ging.

Mit Jannik Schwider brachte sich hier auch der jüngste Teilnehmer des Treffens eifrig ein. Der 13-jährige Realschüler war als Stufensprecher und Teil der Schülervertretung seiner Schule zu der Auftaktveranstaltung gekommen. „Ich finde spannend zu erfahren, was an unserer Schule noch gemacht wird“, erläuterte er.

Verbesserungsbedarf

Und blickte angesichts des Auslaufens der Schule etwas besorgt auf ausreichende Unterstützung der Realschüler bis zum Schulabschluss. Auch außerschulisch sieht er durchaus Verbesserungsbedarf in Dissen. So wäre Sport nur innerhalb der vorhandenen Vereinsangebote möglich. Für davon unabhängiges, spontanes Treffen und Sport treiben gäbe es sowohl zu wenig Angebote und Möglichkeiten als auch Örtlichkeiten.