Favorit „Charly´s Kinderparadies“ Dissen will einen fünften Kindergarten einrichten

Von Horst Troiza

Dissen soll einen fünften Kinergarten bekommen. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpaDissen soll einen fünften Kinergarten bekommen. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa

Dissen. Schaffung weiterer Krippen- und Kindergartenplätze in Dissen: Der Rat hat sich mehrheitlich für die Einrichtung einer weiteren Kindertagesstätte ausgesprochen. Unter der Trägerschaft des Vereins „Charly´s Kinderparadies“ mit Sitz in Bad Essen sollen an der Haller Straße vier Krippen- und drei Kindergartengruppen entstehen.

Laut Verwaltung fehlen aktuell drei Krippen- und zwei Kindergartengruppen. Prognosen für die nähere Zukunft lassen sogar weiteren Bedarf erkennen. Das Thema ist bereits in den Fachausschüssen beraten worden, wo einige Eckpunkte festgelegt wurden. Die Stadt selbst wird demnach nicht als Träger einer solchen Einrichtung auftreten, an dessen Stelle soll ein externer Bewerber die Träger- und die Bauherrenschaft übernehmen. Ein entsprechender soll über den Zeitraum von 25 Jahren Geltung besitzen, in dieser Zeit trägt die Stadt die Kosten für Zinsen und Tilgung.

„Charly´s Kinderparadies“

Bisher sind sieben Anwärter vorstellig geworden. Den Zuschlag erhielt nun nach mehrheitlichem Beschluss, gegen den die UWG geschlossen gestimmt hat, der gemeinnützige Verein „Charly´s Kinderparadies“. Er wurde 2003 in Bad Essen gegründet, unterhält sieben Einrichtungen im Osnabrücker Land, davon fünf Krippen und zwei Kindergärten.

Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, kurzfristig Gespräche mit dem Verein zu führen und einen Trägervertrag zu entwerfen. Dazu sind, wie Ulrich Strakeljahn, der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters erklärte, Vertreter der Fraktionen zur Mitwirkung eingeladen. Für das Vorhaben soll eine Fläche an der Haller Straße zur Verfügung gestellt werden, auf dem zwei voneinander getrennte Gebäude entstehen sollen. Das Gelände liegt im östlichen Bereich der Stadt, in der Nähe befinden sich die Baugebiete „Dahauser Feld“ und „Am Sonnenhang“.

„Die Eile der Entscheidung kritikwürdig“

Besonders die UWG-Fraktion hatte gegen den Beschlussvorschlag gestimmt. Ihre Sprecher bevorzugen die Übergabe der Trägerschaft an die evangelische Mauritiusgemeinde. „Der fünfte Kindergarten in Dissen ist eine absolute Notwendigkeit, jedoch ist die Eile der Entscheidung kritikwürdig“, wehrte sich Maren Öynhausen. „Charly´s Kinderparadies böte zwar „die schnellste Lösung“, doch Öynhausen fehlten „das Leitbild des Vereins, die Betreuungszahl ist nicht festgelegt und es gibt keine Informationen zur Inklusion“. Ihr Parteikollege Jürgen Dallmeyer riet, ohne einen fertigen Trägerschaftsvertrag noch keine Entscheidung zu fällen. „Die bekommen ein Grundstück von uns, wir wissen doch nicht, was in 25 Jahren damit geschehen wird“, lautete sein Bedenken.

Meike Krüger (CDU) sah keine übermäßige Eile im bisherigen Verfahren. Sie rief dazu auf, mit der Vergabe „einen Puffer zu schaffen, damit Eltern die Sicherheit haben, einen Platz für ihre Kinder zu bekommen. Das erwarten sie von uns“. Die Fraktionsvorsitzende Stefanie Hörning sagte, „Tatsache ist, dass wir jedes Jahr zu wenig Plätze haben. Der Verein aus Bad Essen hat ausgebildete Kräfte, das geht doch aus der Bewerbung hervor“.

Nicht-konfessionsgebundenen Kindergarten

Derk van Berkum (SPD) machte deutlich, es gebe in seiner Fraktion unterschiedliche Meinungen zum Beschlussvorschlag. So erklärte seine Fraktionskollegin Petra Meyer, der Vorschlag sei für sie „ein großes Ärgernis“, weil nicht ausgiebig beraten worden sei, weshalb sie sich ihrer Stimme enthalte.

Von Seiten der Grünen kam Zustimmung zum Beschluss. „Ich finde es wichtig für Dissen, einen nicht-konfessionsgebundenen Kindergarten zu haben“, gab Wilhelm Meyer zu Erpen die Position seiner Partei wieder. Es gebe keine Klagen, stellte er klar, doch manchen Eltern gefalle eine Ausrichtung mit einer religiösen Weltanschauung eben nicht. Die Abstimmung ging mehrheitlich zu Gunsten des Vorschlags der Verwaltung aus. Die UWG stimmte geschlossen dagegen, es gab eine Enthaltung.