Mit Erdbeerbowle den Abschluss gefeiert Wiedersehen nach 50 Jahren: Dissener Abschlussjahrgangs traf sich

Von Achim Köpp

Vor 50 Jahren war es noch Erdbeerbowle, jetzt hieß es „hoch die Becher“ mit Sekt beim Treffen der Ehemaligen der Volksschule Dissen Klasse 9S. Mit dabei: Kunstlehrer Heinrich Bäumer (mitte), daneben (weißer Mantel) Organisatorin Annegret Sibitzki. Foto: Achim KöppVor 50 Jahren war es noch Erdbeerbowle, jetzt hieß es „hoch die Becher“ mit Sekt beim Treffen der Ehemaligen der Volksschule Dissen Klasse 9S. Mit dabei: Kunstlehrer Heinrich Bäumer (mitte), daneben (weißer Mantel) Organisatorin Annegret Sibitzki. Foto: Achim Köpp

Dissen. Ein halbes Jahrhundert ist ins Land gegangen, seit die damals 14- und 15-jährigen Mädchen und Jungen des Abschlussjahrgangs 1968 der Volksschule Dissen, Klasse 9 S, ihre Zeugnisse erhielten, um sich anderen schulischen, familiären oder beruflichen Anforderungen zu stellen. Gab es damals noch alkoholfreie Erdbeerbowle aus Freude über das Ende der Schulzeit, so war es jetzt Sekt, mit dem auf den Abschluss angestoßen wurde.

Denn das 50-jährige Abgangsjubiläum war willkommener Anlass für ein Klassentreffen, das Annegret Sibitzki, geborene Brunk, nach gründlichen Recherchen über aktuelle Namen und Wohnorte der ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler organisiert hatte. Und was hätte es Sinnvolleres dazu gegeben, als sich zum Auftakt dieses Wiedersehens in der früheren Schule - sie wird heute von hochqualifizierte IT-Spezialisten mit Leben erfüllt - zu treffen.

Im Treppenhaus der ehemaligen Schule

„Hoch mit einem Becher Sekt“ hieß es also gleich im Treppenhaus der früheren Schule, deren Stufen sie alle über viele Jahre nach oben in ihr Klassenzimmer erklommen hatten, um dann mehr oder weniger ganz brav in den hölzeren Bänken zu sitzen und ihrem Klassenlehrer Karl Eidinger Rede und Antwort zu stehen. Oder auch ihrem Kunstlehrer Heinrich Bäumer. Und siehe da: „Heinrich“, wie sie ihn nun ganz aktuell ansprechen durften, war sogar gekommen, um zusammen mit „seinen Schäfchen“ den nachfolgenden Tag und Abend zu verbringen.

Das freilich nicht, ohne noch einmal seinen speziellen Kunstunterricht aufleben zu lassen: „Setzen“, wie damals üblich zu Beginn der Stunde, rief er ihnen im alten Klassenzimmer zu, las das von ihm favorisierte Gedicht „Sozusagen grundlos vergnügt“ vor, ließ alle zwei Lieder singen und zeigte sich damit überaus erfreut über die Einladung zum Klassentreffen. Anderen Lehrerkollegen, bedauerte Heinrich, sei so etwas nicht mehr vergönnt gewesen.

Standtrundgang durch Dissen

So an frühere Schulzeiten erinnert, machten sich die 14 von ehemals 33 Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 S - heute Mitsechziger - mit dem Endachtziger auf zum Stadtrundgang durch Dissen, das sich in den vergangenen 50 Jahren enorm verändert hat. Das jedoch ist ihnen allen nicht unbekannt, wohnen die aktuellen Teilnehmer doch sämtlich noch „rund um den Kirchturm“, also in Dissen, Bad Rothenfelde, Hilter, Osnabrück, Versmold und Borgholzhausen.

Auf einen Eisbecher im Eiscafé am Rathausplatz folgte eine sachkundige Führung durch Rosemarie Rieke im Heimathaus mit ausgiebigen Erläuterungen über die Stadt aus geschichtlicher und gesellschaftlicher Sicht. Viel Zeit zum Austausch alter Fotos sowie Erinnerungen an die gemeinsame Zeit auf den harten Schulbänken und bei Klassenfahrten blieb abschließend beim gemütlichen Beisammensein im Plitzebramel. Und klar: Weitere Treffen sollen folgen.