Lebensmittel im Straßengraben Müllsammler finden Öltank und Altreifen in Dissen

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Dissen. Gemeinsam geht die Arbeit schneller von der Hand. Trotz Grippewelle und Nieselregen haben sich deshalb am Samstag zahlreiche Helfer am jährlichen Frühjahrsputz in Dissen beteiligt. Bereits am Freitag trugen die Schulen und der Lernstandort Noller Schlucht zu einem sauberen Ortsbild bei.

Ausgestattet mit Greifzangen, Müllbeuteln und Einmal-Handschuhen, sagten die Kinder dem Müll in den Straßen und rund um das Schulgelände den Kampf an. Beteiligt waren Zweitklässler der Grundschule, zwei sechste Klassen der Realschule, zwei fünfte Klassen der IGS und zwei sechste Klassen der Hauptschule. Mit Erfassungsbögen für das bürgerwissenschaftliche Projekt des Bundesumweltamtes zum Thema Littering – zu Deutsch: Vermüllung – begleiteten sie die Öko-Freiwilligendienstleistenden des Lernstandorts Noller Schlucht. Dieser übernahm an beiden Tagen auch das Abholen der Müllsäcke.

Vogelsichere Mülleimer

Schnell wurde klar: Die im Unterricht angestellten Schätzungen lagen weit unter den tatsächlichen Zahlen. Zumindest für den Müll auf dem Schulgelände könnte jedoch eine Lösung in Sicht sein. Denn für Papier, Verpackungen und Ähnliches, das dort wortwörtlich herumfliegt, muss nicht immer Nachlässigkeit verantwortlich sein. Wie Derk van Berkum, Geschäftsführer des Lernstandortes Noller Schlucht und stellvertretender Bürgermeister, erläuterte, wissen vielmehr längst auch viele Vögel als Kulturfolger das zu schätzen, was die Menschen wegwerfen.

Die nach oben offenen Mülleimer auf dem Schulgelände gleichen für sie deshalb einer Einladung. Doch Abhilfe kann leicht geschaffen werden: Mülleimer, die nach vorne geöffnet sind, könnten verhindern, dass gefiederte Besucher des Schulgeländes weggeworfenes Papier wieder hervorholen. An anderer Stelle gestaltet sich eine Lösung weit weniger einfach. Die Initiative „Dissen – meine Stadt“ engagiert sich das ganze Jahr über für mehr Sauberkeit in den Straßen. Und natürlich waren die Aktiven – ebenso wie viele kleine und große Helfer aus den Reihen des Fördervereins des Regenbogenkindergartens – auch beim Frühjahrsputz am Start.

„Politik muss handeln“

An der Umgehungsstraße nahe des Gewerbegebietes fanden sie dabei so viel Müll, dass Zeit und Mülltüten nicht ausreichten, um ihn vollends zu beseitigen. „Abgepackte Lebensmittel, Reste, die Lkw-Fahrer einfach in den Graben werfen: Es ist eine Zumutung“, beschrieb Maren Öynhausen das Bild vor Ort. „Die Politik muss handeln und gemeinsam mit den Unternehmen eine Lösung finden.“ Dass es auch anders geht, zeigt nach ihren Worten das Beispiel des Gewürzherstellers Fuchs, dessen Gelände und Umfeld perfekt gepflegt sei.

Doch nicht nur die Umgehungsstraße erwies sich als Problembereich. Immer häufiger, so die Erfahrung der Sammler, werden Bushaltestellen missbraucht, um Hausmüll abzuladen. Dass Mülleimer alleine nicht helfen, zeigt das Beispiel des Wanderparkplatzes in der Noller Schlucht. Dort fanden die Aktiven des Lernstandortes neben dem obligatorischen Kleinmüll gleich noch einen Küchenschrank und einen zerschnittenen Öltank. Aus dem Wald räumten sie zwei Berge alter Reifen.

Doch trotz der unerfreulichen Funde lassen sich die vielen Helfer um Organisatorin Monika Schotemeier, Leiterin der Pädagogischen Abfallberatung im Lernstandort Noller Schlucht, nicht entmutigen. Sie werden auch im kommenden Jahr wieder am Start sein, wenn Dissen zum Frühjahrsputz aufruft.


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