Konzept aus Künstlerhand Details der Kapelle von St. Ansgar Dissen vorgestellt

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Dissen. Flexibel nutzbar und doch mit einer klaren, geistlichen Ausrichtung: So präsentiert sich künftig die Kapelle des neuen Gemeindezentrums St. Ansgar in Dissen. Ein anschauliches Modell brachten Sebastian Bischoff und Rainer Schlingmann als Projektleiter mit zum Informationsabend für die Gemeinde.

Im April soll laut Planung durch das Architekturbüro Ahrens und Pörtner die Grundsteinlegung für das Bauprojekt an der Meller Straße erfolgen. Ob es dabei bleibt, hängt nicht zuletzt vom Wetter ab: „Es wäre schön, wenn der Winter langsam aufhört“, räumte Rainer Schlingmann ein. „Wir sind schon vier Wochen in Verzug.“ Laufen die Bauarbeiten nach Plan, dann könnte die Kirchengemeinde im nächsten Winter bereits die Einweihung für den Anbau an die Kita St. Ansgar und das neue Gemeindezentrum samt Kapelle feiern.

Glasarbeit im Zentrum

Für die Kapelle selbst erstellte der renommierte Künstler Tobias Kammerer aus Rottweil das Gestaltungskonzept, das die Projektleiter am Donnerstag den interessierten Gemeindemitgliedern in der Kita St. Ansgar vorstellten. Im Zentrum des Konzeptes steht eine große Glasarbeit von 4,50 mal 5 Metern mit einem kleineren, dahinter liegenden Fenster. Dessen Licht erhellt ein weißes Kreuz auf symbolträchtig blauem Grund. Das Wasser des Lebens, die Weite des Himmels, der Strom Gottes: Wie in allen Arbeiten des Künstlers lässt die prägende Farbe durchaus mehrere Deutungen zu. Mehr aus Dissen im Netz

Ein vertikales Band in leuchtendem Rot symbolisiert den Heiligen Geist, das Feuer und die Kraft Gottes. Aufgegriffen wird die künstlerische Sprache des Fensters in zwei Wandmalereien in Blau und Gelb. Teils geschliffen, teils patiniert präsentieren sich die gleichfalls von Tobias Kämmerer gestalteten Prinzipalstücke wie Altar und Ambo. Etwas zurückgesetzt und so gleichsam in einem eigenen Raum der Stille erhält die Kornähren-Madonna aus der abgerissenen St. Ansgar-Kirche ihren neuen Platz.

Taufstein und Kreuzweg im Freien

In der vorausgegangenen Befragung sei die Bewahrung der Madonna fast allen Gemeindemitgliedern wichtig gewesen, erklärte Bischoff. Und sie ist nicht das einzige Stück der alten Kirche, das in den Neubau integriert wird: Im Innenhof, der zwischen Kapelle, Gemeindezentrum, Kita und Außenmauer nicht ganz zufällig an den Kreuzgang eines Klosters erinnert, findet der Taufstein als Brunnen seinen Platz. An der Mauer selbst fallen künftig die Kreuzwegstationen ins Auge.

Eine neue Optik erhält auch der Kirchturm: „Der Glockenturm war immer unser Sorgenkind“, berichtete Rainer Schlingmann. Um ihn vor Witterungseinflüssen zu schützen und gleichzeitig optisch der Kita anzupassen, bekommt er eine Verkleidung aus Fassadentafeln in Rotbraun und zwei verschiedenen Grautönen. Ganz bewusst werden die rechteckigen Tafeln dabei nicht waagerecht, sondern senkrecht angebracht: „Von der Erde zum Himmel“, beschrieb Schlingmann die Intention.

Turmdach in Zink

Zusätzlich erhält der Turm ein neues Dach in kostensparendem Zink statt Kupfer. Von der künftigen Gestaltung der Kapelle konnten sich die Besucher des Informationsabends bereits ein gutes Bild machen: Sie nahmen mit großem Interesse das detaillierte Modell in Augenschein.


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