Konzerte mit Nachbarchören Dissener Sänger kooperieren erfolgreich

Von Achim Köpp

Ehrungen für langjährige Vereinstreue im MGV Germania-Concordia Dissen: 1. Vorsitzender Hans-Werner Köhne (l.) ehrte Josef Daniel (M.) und Harry Kobylka. Foto: Achim KöppEhrungen für langjährige Vereinstreue im MGV Germania-Concordia Dissen: 1. Vorsitzender Hans-Werner Köhne (l.) ehrte Josef Daniel (M.) und Harry Kobylka. Foto: Achim Köpp

Dissen. Ist Gesang im Verein nicht mehr gefragt, die Pflege deutschen Liedgutes nicht mehr in? Gefragt nach dem Grund für das Ende anderer Chöre in der Region sagt Hans-Werner Köhne, 1. Vorsitzende des Männergesangvereins Germania-Concordia Dissen: „Wir leben noch und wir singen noch.“ Wie lange noch? Schulterzucken.

Köhne: „Noch sind wir 22 Sänger, wenn alle bei Proben und Konzerten da sind. Aber der Altersdurchschnitt des Chores ist doch schon relativ hoch. Aktuell ist unser jüngster Aktiver 62 und der älteste immerhin schon 93, das gibt schon zu denken. Und Nachwuchs ist weiterhin nicht in Sicht, die Jungen beschäftigen sich mittlerweile mit anderen Hobbys“.

Nachbarn feiern mit

Köhne sitzt mit seinen Aktiven nebst deren Ehepartnern, passiven Mitgliedern und weiteren Gästen im Eventhaus Schamin (ehemals Keilerwirt) beim „Sängergemütlichen“, der seit Jahrzehnten eine feste Größe im Jahresprogramm von Germania-Concordia ist. Mit dabei jedoch auch Mitglieder des benachbarten MGV Eintracht Hilter sowie von Cäcilia Kloster-Oesede.

Rückblick: Treffen des MGV-Concordia Dissen 2017 – Ehrung der Jubilare beim „Sängergemütlichen“

Und das nicht ohne besonderen Grund: Wladimir König ist seit Jahren der Chorleiter dieser drei Gesangvereine. Und als sich bei Germania-Concordia ganz massiv das Fehlen von Stimmen abzeichnete, machte man im allseitigen Einvernehmen das, was notwendig war, um einen stimmgewaltigen Chor auf die Bühne zu bringen: Man bildete eine „GroKo“, wie es König bezeichnete, eine große Kooperation mit zeitweise gemeinsamen Proben und großen Konzertauftritten.

Höhepunkte

Und das mit Erfolg, wie Köhne jetzt in seinem Jahresrückblick bei der jüngsten Jahreshauptversammlung im Röwekamp betont hatte. Es sei ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr mit vielen öffentlichen Auftritten und zahlreichen Höhepunkten gewesen, sagte er, und strich besonders das Neujahrskonzert mit Hilter und dem Blasorchester Borgloh sowie das Sommerkonzert im Bad Rothenfelder Kurgarten heraus.

Unterstützt zum vierten Mal durch den Chor Cäcilia Kloster-Oesede sei das vorweihnachtliche Konzert mit Peter Orloff und den Schwarzmeerkosaken in der Mauritiuskirche ganz besonders beeindruckend gewesen – das fünfte Konzert dieser Art wird 2020 stattfinden. Vergnügungswart Friedhelm Mittendorf erinnerte an die Dreitagesfahrt Eifel und Mosel. In Vorbereitung sei eine gleiche Fahrt zusammen mit dem MGV Hilter und Cäcilia Kloster-Oesede nach Bremervörde in diesem Jahr.

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Kasse ist gesund

Trotz aller personellen Sorgen geht der reguläre Betrieb bei Germania-Conordia weiter wie gewohnt. So hatte der 1. Vorsitzende – in Personalunion gleichzeitig 1. Kassierer – von einem „gesunden“ Kassenbestand berichtet, was auch durch die beiden Kassenprüfer Walter Bastwöste und Wolfgang Simon bestätigt worden war. Für den satzungsgemäß ausscheidenden Walter Bastwöste wurde Ehrenvorsitzender Werner Klasfauseweh gewählt.

Änderungen im Vorstand gab es für das Amt des Notenwartes: Günter Klose übernimmt die Arbeit von Horst Kruggel, der aus gesundheitlichen Gründen verzichten musste. Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender und 1. Kassierer Hans-Werner Köhne, 2. Vorsitzender, Presse-, Vergnügungs- und Chronikwart Friedhelm Mittendorf, 1. Schriftführer Dr. Helmut Kessler, 2. Schriftführer Reinhardt Herwig, 2. Kassierer Harry Kobylka, Notenwarte Lothar Wenk und Günter Klose, Gerätewarte Günter Klose und Norbert Kundt.

Weiterlesen: Jahreshauptversammlung des MGV Germania-Condordia Dissen 2017

Generationennetzwerk

Beim Sängergemütlichen ging es nach einem leckeren Essen nicht ohne eine Gesangsprobe des Chores ab. Für sonstige Unterhaltung sorgten die Laienspielgruppe vom Generationennetzwerk Dissen mit einer Aufführung und auch gesanglich hatte Karin Tröster aus Hilter einen Auftritt. Den Höhepunkt des Abends jedoch erlebten zwei Sänger, die sich seit vielen Jahren zum Verein bekennen.

Harry Kobylka, 1. Tenor, ist seit zehn Jahren aktiv und fehlt – wie Köhne bei der Laudatio betonte – nur durch Urlaub, Krankheit oder arbeitsbedingt. Ihm steckte der 1. Vorsitzende die Bronzenadel des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen ans Revers. Dann war es an dem 89-jährigen Ehrenmitglied Josef „Jupp“ Daniel, der für 40-jährige Vereinstreue geehrt wurde. Lange, so Köhne, sei er immer da gewesen, wenn er gebraucht wurde, sei jedoch leider durch Krankheit nun nicht mehr in der Lage, am aktiven Singen teilzunehmen. Daniel trägt jetzt die Goldnadel vom Chorverband Niedersachsen-Bremen.