Zeichen gegen Insektensterben Flächen für Blühwiesen im Osnabrücker Land gesucht

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Der Schmetterlings- und Wildbienensaum ist regiozertifiziertes Saatgut. Zusammen mit freiwilligen Helfern verteilt Kai Behncke es auf Flächen, die dem Naturschutz dienen sollen. Die Fläche hinter ihm ist eine Wildblumenbwiese in Melle-Westerhausen, die im Mai wieder bunt wird. Foto: Carolin HlawatschDer Schmetterlings- und Wildbienensaum ist regiozertifiziertes Saatgut. Zusammen mit freiwilligen Helfern verteilt Kai Behncke es auf Flächen, die dem Naturschutz dienen sollen. Die Fläche hinter ihm ist eine Wildblumenbwiese in Melle-Westerhausen, die im Mai wieder bunt wird. Foto: Carolin Hlawatsch

Dissen/Bad Rothenfelde/Georgsmarienhütte. Ein blühendes Zeichen gegen das Insektensterben möchte die Organisation „Umweltschutz und Lebenshilfe“ zusammen mit der BUND-Kreisgruppe Osnabrück setzen. Ab April starten sie das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“, für dessen Realisierung nun Flächen gesucht werden, auf denen bunte Blumenwiesen entstehen und zahlreiche Insekten summen können.

Eines hängt am anderen: Der Einsatz von Pestiziden, monotone Landwirtschaft, naturferne Gärten und Bebauung verdrängen Wiesen auf denen Pflanzenvielfalt herrscht. Da diese abwechslungsreichen Naturareale verschwinden, finden Insekten nicht mehr genügend Nahrung und sterben. Ohne Insekten reduziert sich die heimische Fauna und auch Flora, denn sie sind Nahrungsquelle für Vögel, Amphibien und Reptilien, zudem Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Fehlen die herumschwirrenden Kleinsttiere, die Pollen von Blüte zu Blüte tragen, wird sich letztendlich auch das Nahrungsangebot für den Menschen dramatisch verschlechtern.

38 Blühwiesen

„Um die Insekten steht es schlecht. Daran ändert leider auch das Anlegen einiger weniger Naturflächen nichts“, erklärt Kai Behncke, Gründer der Organisation „Umweltschutz und Lebenshilfe“. Er betreut das seit März 2017 laufende Projekt „Blumiges Melle“ in dessen Rahmen bisher 38 Blühwiesen auf insgesamt 80.000 Quadratmeter Fläche in Melle und Bissendorf gepflanzt wurden. Etwa zeitgleich säte der BUND Osnabrück im Bereich Dissen-Bad Rothenfelde verschiedene Wildblumenwiesen und- Streifen auf 50.000 Quadratmetern aus. „All diese Wiesen sind für die Insekten kleine Rettungsinseln“, verdeutlicht Behncke. 

Mit dem neuen Projekt „ Blumiger Landkreis Osnabrück “ sollen diese Blühinseln in unterschiedlichen Gemeinden nun miteinander verknüpft werden. Viele Insekten, insbesondere die bedrohten Wildbienen, können nicht weit fliegen. Lägen die Blühwiesen also dichter beieinander, könnte mehr Austausch stattfinden, ein wichtiger Faktor, um dem Insektensterben langfristig entgegenzuwirken. Dafür suchen die Initiatoren nun Bereiche wie Gärten, Firmengelände, Schulhöfe oder landwirtschaftliche Flächen in Georgsmarienhütte, Hilter, Bad Iburg, Dissen, Bad Rothenfelde, Bissendorf und Bad Essen.

„Osnabrücker Mischung“

Wir können zwar leider keine Pacht zahlen, dafür kümmern wir uns aber kostenlos um artenreiches Saatgut und bearbeiten die Fläche so, dass dort ein blühendes Insektenparadies entsteht“, verspricht Kai Behncke. Zudem würden schöne Hinweistafeln aufgestellt, die auf die Bedeutung von Blühwiesen aufmerksam machen. Ab Mai wird es bunt auf den Wiesen, deren unterschiedliche Blumen bis in den Herbst hinein blühen. Die Naturschützer nutzen als Saatgut die „Osnabrücker Mischung“, die vom Bienenbündnis und der Hochschule Osnabrück entwickelt wurde, sowie Schmetterlings- und Wildbienensaum, ausschließlich mit Samen regionaler Pflanzen wie Wilde Möhre, Schafgarbe oder Kornblume.

Neben farbenfrohen Blühwiesen werden beim Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ auch bunte Ideen verwirklicht: Geplant ist eine Kooperation mit dem VFL Osnabrück, bei dessen Heimspiel Ende April gegen den FC Carl Zeiss Jena, über 5000 Saatgut-Tütchen verteilt werden. Auf Blühwiesenpartys im Frühjahr warten nach gemeinschaftlichem Aussäen Getränke und Bio-Speisen auf alle Helfer.

Blühwiesenparty

Die nächste Blühwiesenparty steigt am 21. April, ab 10 Uhr, auf dem Gelände der Zentrale Autoglas GmbH, Rottwiese 11 in Melle. 

Wer eine Fläche zur Biotopverknüpfung zur Verfügung stellen möchte, kann Kontakt aufnehmen mit Kai Behncke von „Umweltschutz und Lebenshilfe“, E-Mail: info@umweltschutz-und-lebenshilfe.de, oder mit Matthias Beckwermert von der BUND-Kreisgruppe Osnabrück, E-Mail: bund.fuer.umwelt@osnanet.de.


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