Standort KiFaz Caritas-Projekt „Dissen aktiv“ gestartet

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Archivfoto: Timo KlackArchivfoto: Timo Klack

Dissen. Zu Beginn des neuen Jahres hat der Caritasverband das Pilotprojekt „Dissen aktiv“ gestartet, das vom Land Niedersachsen gefördert wird. In seinem Kern will die Initiative Engagementstrukturen aufbauen, um Problemen, die durch den Abbau von Infrastrukturen entstehen, entgegenwirken zu können. Die hie gewonnenen Erfahrungen sollen helfen, im gesamten Flächenland Niedersachsen Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement zu etablieren.

Warum ist ausgerechnet Dissen als Standort dieses Pilotprojekts ausgewählt worden? Monika Schnellhammer, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Osnabrück und Projektverantwortliche vonseiten der Caritas, sagt es geradeheraus. „Die Schließung des Albertinenkrankenhauses, der Weggang des Homann-Unternehmens, aber auch der Abriss der Kirche St. Ansgar sind sichtbare Zeichen für einen Abbau der Infrastruktur“. Nicht wenige Menschen in Dissen fühlen sich zur Seite gedrängt, abgekoppelt, fragen, wie auf Dauer die medizinische Versorgung gewährleistet werden kann, ob es genügend Arbeitsplätze geben wird. Und der Abriss einer Kirche setzt in einer solchen Situation auch nicht gerade ein optimistisches Zeichen.

Förderung vom Land

Der Caritasverband hat auf diese Situation reagiert und in Zusammenarbeit mit der Stadt das Projekt „Dissen aktiv“ entwickelt und um Förderung beim Land nachgesucht. 52 Programme hatten sich im Rahmen eines Wettbewerbs beteiligt, 17 bekamen einen Zuschlag – darunter dieses. Die Fördersumme beträgt 35.000 Euro.

Als Handlungsfelder zählt Elisabeth Jacobs, Referentin für Freiwilligenengagement, Sozialraumorientierung und Gemeindecaritas beim Diözesancaritasverband, die soziale Infrastruktur und soziale Aktivitäten, Wohnen und Wohnumfeld, sowie das Zusammenleben unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen auf. Die Zielgruppe, an die sich „Dissen aktiv“ richtet, „sind alle Menschen, Einheimische und solche mit Zuwanderungsgeschichte“.

Nachbarschaft

Konkret sind der Aufbau und die Entwicklung einer ergänzenden Anlaufstelle für soziale Fragen und Hilfen geplant, die Förderung bürgerschaftlichen Engagements im Bereich sozialer und nachbarschaftlicher Hilfen und der Aufbau einer Vermittlungs- und Begleitstruktur für ehrenamtliches Engagement.

Nun ist es aber nicht so, dass es noch keine dieser Strukturen in Dissen gibt. Schon mit der Einrichtung des Kinder- und Familienzentrums (KiFaz) 2014 hat die Stadt einen besonderen Weg eingeschlagen. Anders als andere dieser Zentren ist diese nicht an eine Kita angeschlossen, sondern agiert zusammen mit dem Familienservicebüro in einem Gebäude an der Bergstraße. Die Leiterin Lisa Borghaus zählt außer der Tätigkeit für den Bereich Kitas und Horte Aufgaben wie Hilfe und Hilfe zur Selbsthilfe auf, Kurse und Veranstaltungen wie Sprachkurse für Migranten, Nähgruppen oder die Unterstützung bei der Kinderbetreuung. „Das KiFaz macht hervorragende Arbeit. Wir bündeln dort die Arbeit für Kinder und Familien. Inzwischen hat auch der Landkreis dieses System anerkannt“, erklärt Fachleiterin Maria Schnieders im Rathaus.

Bestandsaufnahme

Im Haus an der Bergstraße hat nun auch Katharina Trimpe ihre Arbeit am Projekt „Dissen aktiv“ aufgenommen. Sie beschäftigt sich mit einer Bestandsaufnahme der Strukturen und nimmt Kontakte mit den Aktiven auf. „Wichtig ist jetzt erst einmal, die Kommunikation aufzubauen und Transparenz zu erzeugen“, macht Projektleiterin Jacobs deutlich und betont, die bestehenden Netzwerke nutzen, keine neuen, zusätzlichen aufbauen zu wollen.

Das Projekt ist auf ein Jahr ausgelegt, eine Verlängerung ist nicht möglich. „Doch es ist ja durchaus möglich, dass danach etwas anderes, Neues folgen kann“, sagt sie.


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