Dürre Auskunft aus Aretsried Pause für Projekt Iris lässt Homänner rätseln

Meine Nachrichten

Um das Thema Dissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ein Wahrzeichen der Stadt Dissen ist der Homann-Schornstein. Ab 2020 wird er nicht mehr gebraucht. Foto: Michael GründelEin Wahrzeichen der Stadt Dissen ist der Homann-Schornstein. Ab 2020 wird er nicht mehr gebraucht. Foto: Michael Gründel

Dissen. „Projekt Iris“ steht im Konzern Theo Müller für die Umstrukturierung und Umsiedlung Homanns. Das Feinkostunternehmen soll 2020 in einen Neubau ins sächsische Leppersdorf umziehen, dafür werden unter anderem die Werke in Dissen und Bad Essen geschlossen. Jetzt bereitet die Konzernleitung den Mitarbeitern erneut Kopfzerbrechen.

Im Aufenthaltsraum hängt seit Mitte Dezember ein Schreiben der Geschäftsleitung: „Projektstand Iris“ heißt der Betreff. Nach Abschluss von Interessenausgleich und Sanierungsplan habe das Sanierungsprojekt begonnen, sei aber schon in einer Überprüfungsphase. Eine Nachfrage beim Pressesprecher von Theo Müller in Aretsried ergibt eine dürre Auskunft: „Im Fortgang des Projekts hat sich herausgestellt, dass bestimmte Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren die Überprüfung weiterer Faktoren erfordern“, sagt Alexander Truhlar.

Pause für das Großprojekt

Was das heiße? Könne damit auch gemeint sein, dass die Umsiedlung Homanns überdacht werde? „Damit ist alles gesagt“, heißt es nur. „Wenn die Überprüfungsphase abgeschlossen ist, machen wir weiter.“ Das sei bei einem so großen Projekt nicht unüblich.

Aus dem Betriebsratsbüro ist zu hören, dass die Überprüfung wohl im März beendet werden soll. „Wir sind in ständigem Kontakt mit der Geschäftsleitung“, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Markus Schürmeyer.

Hoffen auf Subventionen

Die vagen Auskünfte des Konzerns nähren bei den Mitarbeitern den Gedanken, dass der bis zu 500 Millionen Euro teure Neubau für Homann vielleicht doch nicht an das Werk von Sachsenmilch in Leppersdorf mit 2700 Mitarbeitern angedockt werden soll. Auch einen Standort im benachbarten Polen hatte Müller einmal im Visier.

In Sachsen erhofft sich Müller Subventionen in Höhe von 25 bis 30 Millionen Euro aus dem Topf der Regionalbeihilfen, die der Bund und das Land Sachsen je zur Hälfte übernehmen würden, falls das Geld fließt. In Leppersdorf arbeitet die Gemeinde Wachau bereits fleißig an der Infrastruktur für Homann. Im Herbst 2019 wollte der Feinkostriese in Sachsen in einen Testlauf gehen.

Für die Sachsenmilch sucht Müller aktuell 37 Mitarbeiter, für Homann in Dissen 15. Das Werk leidet nach Bekanntwerden seiner Schließung 2020 unter heftigem Mitarbeiterschwund. Viele haben sich bereits neu orientiert und wechselten zu anderen Lebensmittelbetrieben der Region.

Anschluss ans Autobahnnetz

Erfreulicheres gibt es aus Leppersdorf zu vermelden: Bis 2020 soll nach Informationen unserer Redaktion die 5,3 Kilometer lange Ortsumgehung für Leppersdorf (S177) fertig sein und den Anschluss ans ostsächsische Autobahnnetz erheblich verbessern. Kostenpunkt für das Teilstück einer neuen Trasse, die die Autobahn A17 bei Pirna mit der A4 bei Pulsnitz verbindet: 50 Millionen Euro.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN