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Ausstellungsaufbau in Dissen Junge Künstler schaffen „Gedankensplitter“

Von Michael C. Goran | 13.03.2019, 15:22 Uhr

Sieben Kunststudenten erschaffen die Ausstellung "Gedankensplitter" im Haus des Kunst- und Kulturvereins KuK SOL in

Leitern stehen herum und Bohrer brummen. Durch eifriges Arbeiten entstand die Ausstellung „Gedankensplitter“ im Haus des Kunst- und Kulturvereins im Südlichen Osnabrücker Land, in Dissen am Teutoburger Wald. Sieben Kunststudenten präsentieren aktuelle künstlerische Positionen „Der Wunsch war es zu zeigen, was aktuell bearbeitet wird. Was interessiert die für Themen, was machen die, wie arbeiten die“, sagte Beate Freier-Bongaertz, Lehrbeauftragte der Universität Osnabrück.

Janina Kilimanns Gemälde bilden Gedankenpuzzles. Immer wieder hat die Künstlerin Leinwandstücke in die Werke verarbeitet, mit braunen Farbübergängen, die golden wirken. Sie wirken wie Erinnerungen, wie etwas, was verborgen ist und nur schemenhaft wieder auftaucht.

Die Medieninstallation von Azim Becker kann der Besucher aktiv erkunden und eine Überraschung erfahren. „Es geht darum, dass man etwas sichtbar macht, das man nicht mit eigenen Augen sieht, sondern mit anderen.“, sagte Becker. In einem anderen Raum holt seine „Urban-Art“ mit ihren wurzelartigen, verschlungenen Elementen die Straße ins Haus.

Um Malerei pur geht es bei Franziska Jäger. Ihr Sujet ist stets der Kopf, dessen Form sie immer weiter auflöst. „Köpfe sind den ganzen Tag um uns herum. Nur Farbe, Fläche und Form lassen den Charakter eines Gesichts erkennen“, sagte die Künstlerin.

Jasper Tiemeyer möchte mit seinen experimentellen Skulpturen ein neues Verständnis der Bildhauerei herstellen. Formen sollen frei im Raum stehen, etwa von der Decke hängen, mobil sein und ein eigenständiges Spiel haben. Das Schattenspiel seiner Skulpturen erschaffen Zeichnungen im freien Raum.

Saskia Averdieks Arbeiten sind das Ergebnis einer unsichtbaren Performance. Die Künstlerin ist Rechtshänderin, zeichnet und malt aber mit beiden Händen gleichzeitig. Dabei konzentriert sie sich die auf die linke Hand und lässt die andere Hand unbewusst folgen: „Durch diese Technik habe ich erkannt, dass das Unkontrollierte interessanter als das Kontrollierte ist.“

Tesafilm oder Klebeband wie einen Bleistift einzusetzen, schafft Martin Collmann mit seiner „Mixed Media“ Kunst. Mal reichen sich seine Bilder wortwörtlich die Hände, mal entdeckt der Rezipient etwas kurioses. Collmanns Thema ist stets der Mensch, den er in seiner Kunst zu persiflieren sucht.

Eine Malerei die abstraktes mit gegenständlichem verbindet, bietet Hirmiz Akman. Sein Sujet ist der menschliche Ausdruck und seine Werke brechen aus dem Rahmen heraus, streben nach Freiheit. „Irgendwann kam die Frage auf, warum man in diesem malerischen Rahmen bleiben solle, wenn auch die Möglichkeit bestünde, den Raum zu bespielen, ohne ihn nur als Ort der Hängung wahrzunehmen“, sagte Akman.