Interview mit Markus Wahlers Das Wachstum von Engter und seine Folgen

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Markus Wahlers ist Ortsbürgermeister von Engter. Archivfoto:´Yannick RichterMarkus Wahlers ist Ortsbürgermeister von Engter. Archivfoto:´Yannick Richter

Engter. Noch stärkere Anstrengungen, um den veränderten Familienstrukturen und den sich daraus ergebenden Anforderungen an Kindergärten und Schulen gerecht zu werden, fordert Markus Wahlers. Im Interview äußert sich der Ortsbürgermeister von Engter über das Wachstum seines Ortsteiles und die Folgen.

Herr Wahlers, Engter wächst dank der gut angenommenen Neubaugebiete rasant. Welche Folgen hat das für den Ort und die dörfliche Gemeinschaft?

Als Erstes ist es wichtig, dass die Vereine schauen, dass sie diese Leute mit ins Boot nehmen. Das Baugebiet hat sich ja von der entgegengesetzten Seite her auf Engter zu entwickelt, der Lückenschluss findet erst jetzt statt. Vorher war das Baugebiet gar nicht mit dem Dorf verbunden. Jetzt, wo sich das annähert, wird es einfacher. Ich kann mich außerdem noch gut erinnern, wie das bei mir selber war, als ich nach Engter kam und gebaut habe. In der ersten Zeit hast du nicht nach links und nicht nach rechts geguckt, weil du so viele Sachen regeln musstest. Erst später interessiert du dich für das Umfeld. Ein ganz wesentlicher Punkt sind Kinder, die sind durch Kindergarten und Grundschule ja automatisch mit dem Ort verbunden, da entstehen Kontakte.

Was kann der Ortsrat, was können die Vereine tun, um die Neubürger zu integrieren?

Die Vereine sollten von sich aus auf die Menschen zugehen, die da jetzt nach Engter gekommen sind. Manchmal bedarf es auch nur eines kleinen Anstoßes. Für mich zum Beispiel war damals die Einladung zu einer Weihnachtsfeier des Schützenvereines die Initialzündung. Das hat dazu geführt, dass ich nicht nur Mitglied geworden bin, sondern auch lange im Vorstand mitgearbeitet habe. So etwas lässt sich oft mit ganz einfachen Mitteln erreichen.

Welche Hilfe brauchen Sie bei Infrastrukturfragen, etwa Schule und Kindergarten betreffend?

Ein ganz wichtiger Punkt ist das Bemühen um ein familienfreundliches Bramsche. Wir sehen, dass Familienstrukturen derzeit einem starken Wandel unterliegen. Den neuen Kindergarten in Engter hatten wir gerade erst geplant, da mussten wir noch vor der Einweihung umsteuern, weil so viele Krippenplätze benötigt werden. Das wird sich fortsetzen. Was ist mit Hortplätzen in der Schule? Das wird das nächste große Thema. Da sind wir als Stadt gefragt. Wir reagieren bisher nur, aber wir agieren nicht vorausschauend. Es wäre wünschenswert, wenn die Stadt da einen anderen Blick auf die Entwicklung hätte und versuchen würde, langfristiger zu planen. Ich habe gerade erst mit (SPD-Bürgermeisterkandidat) Heiner Pahlmann und den Leiterinnen der drei Familienzentren zusammengesessen. Da waren wir uns einig, dass Bramsche auf einem guten Weg ist, die neuesten Entwicklungen aber auf gar keinen Fall verpassen darf, weil man sonst ganz schnell den Anschluss verliert.


Dank des in mehrere Abschnitte untergliederten Baugebietes Kapshügel ist Engter als einziger Bramscher Ortsteil in den letzten Jahren stark gewachsen. Das bringt auch Probleme mit sich. Zum Beispiel sind Kindergartenplätze knapp geworden.

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