Auf dem Grundstück abgestellt Heseperin verzweifelt an Altkleider-Container

Von Heiner Beinke

Ein privater Altkleider-Container steht auf einem Privatgrundstück neben den Heseper Altenwohnungen. Ihn wieder loszuwerden erweist sich für die Eigentümerin als schwieriges Unterfangen. Foto: Heiner BeinkeEin privater Altkleider-Container steht auf einem Privatgrundstück neben den Heseper Altenwohnungen. Ihn wieder loszuwerden erweist sich für die Eigentümerin als schwieriges Unterfangen. Foto: Heiner Beinke

Hesepe. . Er sieht wahrlich nicht schön aus, der Altkleidercontainer, der da auf dem unbebauten Grundstück neben den Heseper Altenwohnungen steht. Für Gerda Wernke-Aulfes ist er aber nicht nur deshalb ein großes Ärgernis: Er steht nämlich auf ihrem Grund und Boden, und bisher konnte ihr niemand helfen, den unerwünschten Container loszuwerden.

Im Herbst letzten Jahres sei der erste Container aufgestellt worden, der inzwischen durch einen anderen ersetzt wurde, erzählt die Heseperin. Gesehen hat sie noch nie jemanden, weder beim Aufstellen noch beim Entleeren des Containers. „Die kommen wohl nachts“, vermutet sie. Die Servicenummer, die am Container klebt, hat sie bisher nicht angerufen: „Wer weiß, was das kostet“, fürchtet sie Betrug.

Ein Anruf hätte sie aber auch nicht weitergebracht. Unter der Nummer meldet sich niemand. Und auch den „Kontainer Service Berlin“, der auf einem Schild als Eigentümer ausgewiesen wird, findet man im Internet nicht. Es gibt wohl den „Container Service Berlin“, der vermietet aber ganz seriös nur Container für Bauschutt und Ähnliches.

In ihrer Not hat sich Gerda Wernke-Aulfes an die Stadt gewandt. Doch da gab es keine Hilfe, wie Stadt-Pressesprecherin Dagmar Paschen bedauert: „Wir haben den Fall geprüft, aber die Möglichkeiten der Stadt bei solchen Containern sind relativ eingeschränkt“, bedauert die Pressesprecherin, die sich auch um das Beschwerdemanagement bei der Stadt kümmert.

Stadt kann nicht helfen

„Wir können den Container nicht einfach abholen, weil er auf privatem Grund steht“, betont sie. Für die wenigen Standorte, an denen Container auf städtischem Grund stehen, gebe es eine klare politische Vorgabe: An solchen Plätzen dürfen Altkleidercontainer nur von ortsansässigen gemeinnützigen Einrichtungen stehen. Was aber an Behältern vor Supermärkten oder andernorts auf privatem Grund steht, „darauf haben wir keinen Einfluss“, betont Paschen. Immerhin: Den „Unmut der Bürgerin kann ich absolut nachvollziehen, das ist sehr unbefriedigend“. Auch die Polizei sieht sich bei dieser letztendlich zivilrechtlichen Auseinandersetzung nicht in der Lage zu helfen.

Mit der Weiterverwertung abgelegter Kleidung lässt sich einiges an Geld verdienen. 350 bis 400 Euro wurden 2013 für eine Tonne bezahlt . Das zieht schwarze Schafe an. Die profitieren von der Annahme vieler Gutgläubiger, Altkleidersammlung habe per se etwas mit einer guten Sache zu tun. Dabei wird bei den meisten Containern, so auch bei dem in Hesepe an der Hauptstraße, gar nicht erst so getan, als werde für einen guten Zweck gesammelt.

Anschein von Seriosität

Den Anschein von Seriosität sollen zwei Aufkleber wecken. Einmal werden 1000 Euro Belohnung versprochen für Hinweise auf Personen, die unberechtigt Container entfernen. Und dann ist da noch ein auffälliger, gelb-roter Aufkleber: „Dieser Container ist genehmigt. Widerrechtlich dazugestellte Container werden sofort „kostenpflichtig eingezogen“, heißt es dort. Allerdings wird an keiner Stelle erklärt, wer denn hier was genehmigt haben soll. Gerda Wernke-Aulfes jedenfalls hat hier ganz bestimmt nichts genehmigt. Aber das hilft ihr auch nicht weiter. Einmal habe sie den Container aus Wut auf den Gehweg gekippt, gesteht sie. Doch da habe wohl der Betriebshof ihn wieder aufgestellt. Ordnung muss sein.


Am Geschäft mit abgelegten Textilien versuchen viele zu verdienen. Auf öffentlichen Plätzen kann die Stadt vorgeben, welche Firmen beziehungsweise Einrichtungen dort sammeln dürfen. Aber auf Privatgrundstücken hat die Stadt keinen Einfluss. Eine Chance für schwarze Schafe.

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