Neues Projekt vorgestellt Tony Clunn erster Fundpate in Kalkriese

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Erster Fundpate ist der Varusschlacht-Entdecker Tony Clunn (2. von rechts), hier mit Restauratorin Christiane Matz, Geschäftsführer Joseph Rottmann und Grabungstechniker Klaus Fehrs (von links). Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeErster Fundpate ist der Varusschlacht-Entdecker Tony Clunn (2. von rechts), hier mit Restauratorin Christiane Matz, Geschäftsführer Joseph Rottmann und Grabungstechniker Klaus Fehrs (von links). Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Major a.D. Tony Clunn, der Entdecker des antiken Schlachtfeldes von Kalkriese, ist erster offizieller Fundpate des Varusschlacht-Museums. „Mit dem neuen Projekt möchten wir um privates und bürgerschaftliches Engagement werben“, sagte der Geschäftsführer der Varusschlacht im Osnabrücker Land, Joseph Rottmann am Donnerstag in Kalkriese. Für 75 Euro pro Jahr könnten Paten helfen, das archäologische Kulturgut des antiken Schlachtsfelds zu bewahren.

Vor mehr als 25 Jahren hatte der Hobby-Archäologe Clunn in einem Acker drei kleine Schleuderbleie gefunden. Es waren die ersten Hinweise auf kriegerische Auseinandersetzungen, die „Initialzündung“ für die archäologische Forschung und damit letztlich die Entwicklung des Varusschlacht-Museums. „Ohne Sie gäbe es dies alles hier nicht“, lobte Rottmann, an Clunn gerichtet.

In den letzten Jahrzehnten holten die Archäologen mehr als 6000 Fundstücke aus dem Kalkrieser Plaggenesch - Prunkstück ist die römische Gesichtsmaske eines Reiterhelms. Jeder kleine Fund wird dokumentiert und restauriert. Doch damit ist es nicht getan. Mehr als 2000 Jahre im Boden haben ihre Spuren hinterlassen. Besonders der hohe Salzgehalt im Eisen mache Probleme, erläuterte Restauratorin Christiane Matz. Die Salze verbinden sich mit dem Wasser aus der Luft, quellen auf und sprengen, wenn nicht kontinuierlich nachgearbeitet wird, die Funde von innen heraus. „Wir sind die Anwälte der Objekte“, beschrieb Matz die Aufgabe der Restauratoren. Jeder Fund habe eine Art „Krankenkarte“, in der mögliche Schäden und Konservierungsbemühungen festgehalten sind. Da der überwiegende Teil der Kalkriese Funde aus dem zur Römerzeit billigen Eisen besteht, das sehr korrosionsanfällig ist, bleibt die Konservierung eine dauerhafte Herausforderung. Mittlerweile verfügt das Museum über klimatisierte Lagermöglichkeiten mit einer kontinuierlichen Luftfeuchtigkeit von 25 Grad und eine Anlage, in der den Funden die zerstörerischen Salze entzogen werden.

„Es ist unsere Aufgabe, die Objekte für nachfolgende Generationen zu erhalten. Dafür können wir jede Unterstützung gebrauchen“, waren sich Matz und Grabungstechniker Klaus Fehrs einig. Beide werden das Projekt „Fundpaten“ in den kommenden Monaten intensiv begleiten und sind Ansprechpartner für Interessierte. Pate kann jeder werden, der etwas für den Erhalt archäologischer Objekte tun möchte. Als Dankeschön werden die Paten zu Veranstaltungen, Führungen und exklusiven Terminen eingeladen, beispielsweise zu einer Preview neuer Ausstellungen oder einem Besuch in der Restaurationswerkstatt. „Bei uns ist man nicht nur Pate für einen Fund, sondern hat gleich viele Patenkinder“, sagte Rottmann.

Die Patenschaft kostet 75 Euro, ist zunächst auf ein Jahr begrenzt und „auch ein prima Weihnachtsgeschenk“, wie Rottmann findet. Die Patenschaft kann anschließend auf Wunsch neu abgeschlossen werden. Matz und Fehr sind als Ansprechpartner unter Tel. 05468/920443 oder 05468/920441 zu erreichen. Informationen gibt es außerdem im Internet unter www.kalkriese-varusschlacht.de .


In der Varusschlacht 9 nach Christus erlitten drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus in Germanien eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius („Hermann“), eines Fürsten der Cherusker. Als wahrscheinlichster Ort der Schlacht gilt Kalkriese bei Bramsche.

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