Kunsthandwerk und Waldorfschule Startschuss für Bramscher Weihnachtsbasare

Von Holger Schulze

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Bramsche/Evinghausen. Mit einem Kunsthandwerkermarkt in der Hauptschule sowie dem Basar der Waldorfschule Evinghausen fiel am Wochenende der Startschuss für die Märkte in der Vorweihnachtszeit.

Wilhelm Lampe strahlte Zufriedenheit aus. Der diesjährige Kunsthandwerkermarkt in der Hauptschule hatte von Anbieterseite aus betrachtet erneut eine Vergrößerung erfahren. 67 Aussteller konnte der im nächsten Jahr in den Ruhestand gehende Schulleiter bei seiner letzten Veranstaltung dieser Art als Organisator verbuchen. „Eine bunte Mischung, und so viel, wie noch nie“, hielt er am Rande des Marktes als seine Abschlussbilanz fest. Zum Angebot selbst ließ er wissen: „Es ist nichts industriell herstellt, sondern alles wurde von Kunsthandwerkern im Hobbybereich gefertigt.“ Als besonderes Kennzeichen vermerkte Wilhelm Lampe zudem, das Vorhandensein „vieler kleiner Basteleien, die nur aus Liebe zur Sache, ohne finanzielles Interesse, hergestellt wurden“ und bei denen es den Anbietern allenfalls darum ging, die Materialkosten wieder zu erwirtschaften.

Ob Keramik und Schmalz, Leuchtobjekte aller Art, Laubsägearbeiten, Krippen, Floristik und Bio-Walnüsse, Teddys und Gestricktes, die Liste der zu erwerbenden Artikel ließe sich noch lange fortsetzen. Etliche Anbieter kommen schon seit vielen Jahren, wie Gabriele Kerzel mit ihrem Floristikstand. „Weil ich hier viele Leute kenne, der Markt sehr gut organisiert ist und Schulleiter, Hausmeister und die Jugendlichen einfach spitze sind“, zählte sie die wichtigsten Motive für ihre Anwesenheit auf.

Einer der so Gelobten ist auch bereits seit vielen Jahren aktiv. Lukas Wilde war bereits als Grundschüler mit seiner Schwester als helfende Kraft beim Kuchenbuffet anzutreffen. Im Sommer verließ er die Hauptschule. Zum Kunsthandwerkermarkt jedoch kehrte er an das vertraute Kuchenmesser zurück. „Hier sieht man, dass die Menschen glücklich und die Lehrer entlastet werden“, lautete sein Grund, gemeinsam mit zwei weiteren Entlassschülern auch nach der Schulzeit mitzuhelfen.

Die Mithilfe von Ehemaligen ist auch an der Waldorfschule Evinghausen ein konstanter Faktor für das Gelingen des dortigen Basars. Hier ist es vor allem das Engagement der Eltern und Freunde, das Jahr für Jahr ein Angebot entstehen lässt, dessen Vielzahl den gedruckten „Wegweiser Basar“ zu einer nützlichen Orientierungshilfe beim Auffinden der einzelnen Ereignisse werden lässt.

Denn längst nicht alles war so lautstark zu vernehmen, wie die Jagdhornklänge der Mitglieder des Hegeringes Engter. Seit einem Vierteljahrhundert bereits eröffnen sie mit ihren Fanfaren den Basar. Erbsensuppe als Lohn erhielten sie auch diesmal, „mit silbernen Löffeln“, wie scherzend am Rande bemerkt wurde.

Wer Süßes mochte, der fand im „Nachtischcafé der Sechstklässler“ sowie im „Gartencafé der siebten Klassen“ ein üppig bestücktes Schlaraffenland vor. Ein Zauberer ließ sich ein wenig in die Karten blicken. Dass aus Honig durch Schocktrocknung ein zuckerähnliches, weißes Pulver erzeugt werden kann, war ebenso zu erfahren wie der Ausgang bei „Hase und Igel“ auf der Bühne des Schattenfigurentheaters.

Für all die Handarbeiten, die jedes Jahr von den Elternhäusern in gemeinsamen Bastelaktionen hergestellt und beim Basar angeboten werden, fand Helmut Gronemann die passenden Worte. Als Lehrer und pädagogischer Geschäftsführer der Waldorfschule im 28. Jahr mit dem Basar vertraut, stellte er für sich fest: „Ich bin immer wieder überwältigt, was es alles zu sehen gibt, was im Verborgenen der Wohnzimmer, Werkstätten und Küchen vorbereitet und zusammengetragen wird“.


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