Jury in Bramsche vor Ort Bundespreis Öko-Landbau: Hof Pente nominiert

Von Jessica von den Benken

<em>Tobias Hartkemeyer </em>(vorne, r.)<em/>erklärt der Jury Details zum Kartoffelanbau auf dem Hof. Foto: Jessica von den BenkenTobias Hartkemeyer (vorne, r.)erklärt der Jury Details zum Kartoffelanbau auf dem Hof. Foto: Jessica von den Benken

Bramsche. Eine bemerkenswerte Tradition: Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus Berlin zeichnet seit zwölf Jahren Biobetriebe mit kreativen und nachhaltigen Konzepten mit dem Förderpreis „Ökologischer Landbau“ aus. Unter den besten fünf Bewerbern für die drei diesmal zu vergebenden Auszeichnungen befindet sich auch der Bramscher CSA Hof Pente der Familie Hartkemeyer.

CSA steht hierbei für „community supported agriculture“, was übersetzt „Gemeinschaftsgetragene Landbaukultur“ oder auch „Solidarische Landwirtschaft“ bedeutet.

Jury-Vorsitzender Dr. Helmut Röscheisen besuchte nun gemeinsam mit vier weiteren Mitgliedern des Ausschusses den Hof und verschaffte sich während einer Führung einen breit gefächerten Eindruck über die Vielfältigkeit der Hof- und Wirtschaftsgemeinschaft. „Im Rahmen der Grünen Woche in Berlin werden im Januar nächsten Jahres die drei Gewinner des Preises bekannt gegeben“, erklärte Andreas Eckhard von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Er nahm ebenfalls an diesem Termin teil und verriet: „ Ein weiterer Hof in Niedersachsen sowie jeweils einer in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern gehören ebenfalls zu den besten fünf.“ Insgesamt habe es 60 Bewerber aus ganz Deutschland für diese Auszeichnung gegeben, erklärte Röscheisen.

Während der zweieinhalbstündigen Hofführung zeigte Tobias Hartkemeyer dann die Vielschichtigkeit seines Konzeptes auf. Neben CSA, der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft, bei der sich eine große Gruppe zusammenschließt und die Arbeit eines Hofes finanziert, zeichnet sich der Hof auch als sogenannte Handlungspädagogische Provinz aus. „Unser Hof ist ein generationsübergreifender Lebens-Lern-Ort, an dem neue soziale, ökologische, ökonomische und pädagogische Ansätze erprobt werden“, erklärte Hartkemeyer das Prinzip.

Ein nennenswerter Teil davon sei zum Beispiel der Kinderbauernhof. Dort kümmere sich eine Erzieherin um Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren. Diese Einrichtung sei ein handlungspädagogischer Lernort, der aktiv und hautnah in das Hofleben integriert sei. Die Jury betrachtete aufgeschlossen und mit kritischem Blick jedes Detail sowie alle Bereiche der Hofgemeinschaft, folgte interessiert den Ausführungen und Erklärungen der Familie Hartkemeyer, ließ sich aber zu einer vorschnellen Bewertung nicht hinreißen. „Eine abschließende Beurteilung nimmt die Jury natürlich erst vor, wenn alle Höfe besichtigt sind“, erklärte Eckhardt.


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