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Zur Klärung der Unfallursache Flugzeugabsturz Bramsche: Experten aus Braunschweig ermitteln

Von Andrea Pärschke, Andrea Pärschke | 20.06.2016, 21:18 Uhr

Nachdem am Sonntagnachmittag ein Segelflugzeug mit Heimkehrhilfe abgestürzt ist, laufen die Ermittlung. Geführt werden sie aber nicht von der Polizei – sondern von Experten aus Braunschweig.

„Wir ziehen immer die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hinzu, wenn es um Flugzeugabstürze geht“, sagt Frank Oevermann, Pressesprecher der Polizei Osnabrück. Diese Experten sind nicht nur für Flugzeugabstürze im Linienflugverkehr aktiv, wie bei der Germanwings-Maschine in Südfrankreich, auch Fälle wie der Absturz in Bramsche fallen unter ihre Zuständigkeit.

Professionelle Distanz

„Wir sind am Sonntagnachmittag hinzugezogen worden“, berichtet Pressesprecher Germout Freitag. Da Braunschweig fern ist, eilt meistens ein nebenberuflich tätiger Mitarbeiter zur Unfallstelle. Diese Experten leben im ganzen Bundesgebiet und sind von der Bundesstelle für Fluguntersuchung eigens für die Aufgaben ausgebildet worden. Die Situation vor Ort ist indes nicht immer einfach, wie Germout Freitag aus eigener Erfahrung weiß. „Gerade, wenn jemand gestorben ist“, sagt er. Manchmal sind Angehörige vor Ort – oder die Insassen des Flugzuges sind tödlich verletzt. Dann trösten die Experten auch. Und doch: wichtig sei es dennoch, die professionelle Distanz zu wahren. „Das ist notwendig, sonst könnten wir unserer Arbeit nicht nachgehen“, sagt Freitag.

Keine Black Box in Segelflugzeugen

In Bramsche wurde der erste Schritt zu dieser Ursachenforschung nun getan. Gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr ging der Experte vor Ort die Unfallstelle ab, machte Fotos, nahm die genaue Position des Flugzeuges auf und befragte Augenzeugen. Eine Black-Box sei bei kleinen Motorflugzeugen hingegen nicht zu finden. „Die kosten um die 35000 Euro, die werden in die kleinen Sportflugzeuge seltener eingebaut“, sagt Freitag. Die Informationen sind heute Morgen schließlich bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung angekommen. In etwa sechs Wochen wird die Unfallursache feststehen. Spekulationen möchte sich der Pressesprecher vorher nicht hingeben. Steuerfehler seien aber sehr häufig die Ursache.