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Wübbe besucht St.Martinus-Gemeinde Weihbischof in Bramsche: „Um Brücken bemühen“

Von Holger Schulze, Holger Schulze | 12.06.2016, 16:26 Uhr

Wo stehen wir als Kirche und Gemeinde und welche Wegweiser gibt es in die Zukunft? Diese Fragen sowie die Suche nach Antworten wurden im Forum Martinum bewegt. Der Gesprächsabend fand im Rahmen des weihbischöflichen Besuches bei den Gremien der St.Martinus-Gemeinde statt.

Die Moderation hatte Konrad Notzon, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates von St.Martinus übernommen.

Die Einschätzung der Lage. Und: Wo sollen wir hin? Wo wollen wir hin? Welche Befürchtungen und Hoffnungen haben wir? All dies war Gesprächsstoff für Weihbischof Johannes Wübbe und die anwesenden Gemeindemitglieder. Unterschiedliche Bewertungen zum Zusammenwachsen den ursprünglich drei Gemeinden eröffneten die Gesprächsrunde. Die Ansichten reichten von einem „Wir stehen am Anfang, immer noch“ bis hin zur Feststellung eines „ganz guten Zusammenwachsen nach einem guten Start“.

Immer noch am Anfang

Die Arbeit in den Gremien sei sehr gut und hoffnungsvoll. Die neu zusammengefasste Gemeinde sei einen sehr großen Schritt aufeinander zugegangen. Eine anderer Punkt war allerdings, ob alle Menschen bereits auf diesem Weg schon mitgenommen wurden.

Nach einer Weile des Zuhörens machte Johannes Wübbe auf das grundsätzliche Problem aufmerksam, dass immer bei Strukturveränderungen die Notwendigkeit bestünde, sich um Brücken zueinander zu bemühen. „Wir alle bilden als Getaufte Gemeinde und können diese an unterschiedlichen Stellen mitgestalten. Es gilt das Miteinander zu sehen“, hielt der Weihbischof den angesprochenen Schwierigkeiten entgegen. „Wie können wir respektvoll und sensibel miteinander umgehen und das Reich Gottes bilden?“, lautete ein weiterer fragender Hinweis von Johannes Wübbe.

Einladendes anbieten

Im zweiten Gesprächsabschnitt, in dem die Entwicklungsrichtung als Gemeinde in den Fokus rückte, stand dann die Suche nach Erklärungen für die schwindende Zahl der Gottesdienstbesucher im Vordergrund. „ Wir sind herausgefordert, einladende Gottesdienste anzubieten und zu feiern. Etwas gemeinsam zu machen, scheint eine große Einladung zu sein, dann auch in diesem Zusammenhang miteinander Gottesdienste zu feiern. Wir als Kirche sollten unseren einladenden Charakter beibehalten und die Türen immer offen halten“, merkte hierzu Wübbe an.

Von den Jugendlichen im Raum kam die Einschätzung, dass konservative Strukturen ein Teil des Problems seien. Es gibt viele Jugendliche, für die der Gottesdienst nichts ist, und die ihren Glauben in anderen Bereichen leben. Gemeinschaft erleben Jugendliche auch außerhalb des Gottesdienstes, beispielsweise im sozialen Engagement. Bei den Jugendlichen sei sehr wohl – anhand von gestellten Fragen – das Interesse am Glauben zu erkennen. Hierauf Antworten zu geben, wäre für die Glaubwürdigkeit wichtig.

Solidarität und Hilfe

„Was kommt auf uns zu? Was wird aus Kirchen, die zu viel erscheinen?“, gehörte in Teil drei des Dialogs, der sich mit Befürchtungen und Hoffnungen auseinandersetzte. „Wir haben von Osnabrück aus zurzeit hier keine Kirchen auf der Liste, die geschlossen werden sollten. Wir wissen um die Herausforderung, die Gebäude zu erhalten und auch mit Leben zu erfüllen. Die Lösungen werden wir immer dialogisch mit den Gemeinden angehen“, konnte hier der Weihbischof beruhigen. Für die Gemeinde der Zukunft sei aber entscheidend, „was in der Gemeinde geleistet werden kann, weil Menschen hierzu Lust haben etwas zu tun. Ehrenamtliches Engagement sollte auch Freude machen“.

In die Zukunft blickend stellte Wübbe fest: „Wir werden als Gemeinde ein anderes Gesicht haben. Wir sind gut beraten, nach Leuten Ausschau zu halten, die einladend sind . Aber auch eine zeitliche Begrenzung des Engagement muss möglich sein. Gemeinde wird so lebendig sein können, wie Leute bereit sind, sich hier zu engagieren. Ferner dürften Werte wie Solidarität und Hilfsbereitschaft keine Fremdworte innerhalb der Kirche sein. „Wenn wir Gott um Kreativität und Kraft bitten, haben wir eine gute Zukunft.“