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Wolfgang Schmitt zu Gast im Tuchmacher Museum Skandinavischer Konzertabend mit vielen Geschichten in Bramsche

Von Sascha Knapek | 15.01.2012, 14:28 Uhr

Vielen Bramscher Bürgern ist Wolfgang Schmitt noch bestens aus seiner Zeit als Kirchenkreiskantor bekannt. Zwischen 1992 und 1999 bekleidete Schmitt dieses Amt, bevor es ihn ins norwegische Harstad zog. Am Freitagabend verschlug es den Auswanderer wieder einmal in seine alte Heimat.

In der alten Kornmühle des Tuchmacher Museums präsentierte er zusammen mit Mona Stenhaug Johannessen skandinavische Volkslieder, bekannte Film- und Musicalstücke, einige Popsongs und viele Geschichten.

Nördlich des Polarkreises arbeitet Wolfgang Schmitt nun seit zwölf Jahren als Kantor. Dass er in der Hasestadt auch nach dieser langen Zeit noch ein sehr gern gesehener Gast ist, zeigten die bis auf den letzten Platz besetzten Reihen in der Kornmühle des Tuchmacher Museums. Schon im Verlauf des Vorverkaufs mussten die Veranstalter ein ausverkauftes Haus melden, über das sich das weit gereiste Duo sehr freute. „Es ist ein fantastisches Gefühl und ein Geschenk, vor so vielen besetzten Plätzen spielen zu dürfen“, bekannte Schmitt.

Ihrem Publikum präsentierten Schmitt und Johannessen norwegische und schwedische Lieder und den einen oder anderen Ausflug in englischsprachiges Songmaterial. Wie zum Beispiel der durch Louis Armstrong bekannt gewordene Klassiker „What a Wonderful World“ oder „You’ve Got a Friend“ von Carole King. Da sich das Motto des Abends, „You Are Wonderful To Me“, auf die Freundschaft des Pianisten und der Sängerin bezog, erzählte das Duo zwischen den Stücken auch von der Art und Weise, wie man sich kennengelernt hatte und was Freundschaft für die beiden bedeutet.

Aber auch vom Alltag und vom Leben nördlich des Polarkreises erzählten Wolfgang Schmitt und Mona Stenhaug Johannessen. „Auf fast jedem Spaziergang sehen wir einen Adler, und Elche sehen wir sogar noch öfter“, berichtete der Kantor, der seinen ersten Elch sah, als das Tier an Schmitts Haus vorbeispazierte und einen Blick durch das Wohnzimmerfenster riskierte. Sein Haus könne man übrigens auch sehen, wenn man mit der Hurtigrouten Kreuzfahrt in der Gegend unterwegs sei, bemerkte der Auswanderer. Es sei jedoch so klein, dass viele Touristen es eher für einen Geräteschuppen in der Nähe der Trondenes-Kirche halten würden, witzelte der Kantor.

Den Hauptteil des Konzerts verbrachten die beiden Freunde trotz der vielen Geschichten am Klavier (Schmitt) und am Mikrofon (Johannessen). Das eingespielte Team unterhielt dank klanglicher Vielseitigkeit und brachte mit Eleganz und Spielwitz sogar traditionelle, norwegische Beerdigungs- oder Weihnachtslieder mit bluesigen Tönen wie „(Get Your Kicks on) Route 66“ unter einen Hut. Klassik, Gospel, Soul und Pop – für Wolfgang Schmitt und Mona Stenhaug Johannessen waren das im Tuchmacher Museum keine unterschiedlichen Musikrichtungen, sondern gleichwertige Bestandteile ihrer Freundschaft.