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„Wie ein Familientreffen“ 120 Gläubige gingen in Bramsche den Taufpilgerweg

Von PM. | 22.09.2011, 10:57 Uhr

Die evangelische Kirche in Deutschland hat das Jahr 2011 zum Jahr der Taufe erklärt. Um die Taufe auch in Bramsche verstärkt in den Fokus zu rücken, pilgerten am Sonntag rund 120 Gläubige aus den fünf christlichen Gemeinden der Innenstadt gemeinsam durch den Ort.

Als Startpunkt wurde bewusst die freikirchliche Gemeinde der Baptisten an der Hasestraße gewählt. Hier in der Nähe der Brücke, an der ehemaligen Furt durch den Fluss, sei früher nachweislich in fließendem Wasser getauft worden, erklärt Dita Graffe von der St.-Martins-Gemeinde für das Organisationsteam. Man könne davon ausgehen, dass Bramsche ungefähr 800 n. Chr. als Taufkirche gegründet wurde, inmitten der bestehenden Bauernschaften Pente, Achmer, Hesepe, Sögeln und Epe. An der Hasefurt hätten sich die Wege von Nord nach Süd, von Ost nach West gekreuzt, so Graffe weiter.

Von der Baptistengemeinde aus bewegte sich der Pilgerzug zur „Arche“ der Freien Christengemeinde an der Hasestraße. Angeführt von Fahnenträgern, machten sich die Gläubigen anschließend auf den Weg zur katholischen St.-Martinus-Gemeinde und von dort aus weiter zur Gemeinde „Neues Leben“ an der Moltkestraße. Fünfte und letzte Station des Rundwegs war schließlich die St.-Martins-Kirche am Kirchplatz. An jeder Station empfingen die gastgebenden Gemeinden die Pilger mit einem kurzen Beitrag, in dem Informationen und Andacht einflossen.

„Ich hatte das Gefühl, zu einer großen Familie zu gehören, die zu einem Familientreffen zusammengekommen ist“, fasste Dita Graffe anschließend zusammen. Jede der Familien habe in den vergangenen Jahren andere Schwerpunkte gesetzt. Sie hätten sich modern eingerichtet mit viel Technik und Großzügigkeit oder aber die alten Traditionen gepflegt. Wieder andere stellten Zusammengehörigkeit und „Füreinanderdasein“ in den Mittelpunkt, berichtete Grafe von den Eindrücken während des Pilgerweges.

Nach jedem Besuch in einer Gemeinde machten sich die Gläubigen zunächst schweigend auf den Weg, um über das Gehörte nachzudenken und über die Bedeutung der Taufe für das eigene Leben. Anschließend wurden gemeinsam Lieder gesungen.

Natürlich gab es auch Gelegenheit, einander im Gespräch kennenzulernen. Mit Schals in verschiedenen Farben geschmückte Gemeindemitglieder standen dabei für Fragen nach Taufverständnis und Taufpraxis zur Verfügung – grün für die Baptisten, blau für die Arche, gelb für die Katholiken, weiß für die Gemeinde Neues Leben und rot für die Lutheraner von St. Martin. Auf der letzten Wegstrecke wurden die Pilger von einem Posaunenchor aus Baptisten, Katholiken und Lutheranern begleitet, den Graffe als ein lebendiges Zeichen für Ökumene lobte.