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Waffenamnestie läuft aus Bis zum 1. Juli Waffenabgabe im Bramscher Rathaus

Von Heiner Beinke | 05.06.2018, 21:03 Uhr

Bis zum 1. Juli können illegale Waffen noch straffrei bei der Polizei oder bei der Stadt Bramsche abgegeben werden. Im Rathaus kümmern sich Carolin von Wahlde und Anna-Lena Tschöke um Opas alte Donnerbüchse.

In Deutschland darf nur Schusswaffen besitzen, wer über eine entsprechende Berechtigung verfügt. Alle anderen machen sich strafbar, auch wenn sie nur zufällig an die Donnerbüchse gerieten. Es gebe schon einige Wege, ungewollt in den Besitz erlaubnispflichtiger Waffen zu gelangen, erzählen die beiden Expertinnen im Bramscher Rathaus. Bei Haushaltsauflösungen oder der Entrümpelung des Dachbodens etwa würden immer wieder solche Waffen in die Hände von Unbefugten gelangen. Um möglichst viele dieser Waffen aus dem Verkehr zu ziehen, erlässt der Staat von Zeit zu Zeit eine Waffenamnestie. Dann ist es möglich, diese Stücke straffrei bei der Polizei oder der Waffenbehörde abzugeben.

Waffenbehörde

Die Stadt Bramsche ist eine Waffenbehörde, ebenso wie die Samtgemeinde Bersenbrück, die für Einwohner aus Rieste zuständig ist. In Bramsche haben Carolin von Wahlde und Anna-Lena Tschöke die erforderliche Zusatzausbildung absolviert. Die sei anspruchsvoll, aber auch interessant gewesen, finden beide. Privat haben sie mit Schießsport und Waffen allerdings nichts zu tun.

Bei der Amnestie gehe es ausschließlich um erlaubnispflichtige Waffen, deren Besitz ohne behördlichen Erlaubnisschein verboten ist. „Da geht es nicht um Luftgewehre oder Schreckschusspistolen“, erläutert Anna-Lena Tschöke. Illegale Waffen müssen aber nicht unbedingt Pistolen oder Gewehre sein: Auch Schlagstöcke oder Schlagringe sowie Butterflymesser können im Rahmen der Waffenamnestie abgegeben werden. Carolin von Wahlde und Anna-Lena Tschöke können da schon ein umfangreiches Sortiment präsentieren.

Anmeldung empfohlen

Wer eine solche Waffe abgeben will, sollte sich unbedingt vorher im Rathaus anmelden (Telefon 05461/83134). Das hilft, unnötige Wartezeiten oder gar vergebliche Wege zu vermeiden, wenn beide Expertinnen nicht da sein sollten. Denn nur Sachkundige dürfen die Waffen annehmen. Die Flinte sollte dabei im geschlossenen Behälter angeliefert werden.

Da die ungewollten Waffenbesitzer oft gar keine Ahnung von Gewehren haben, komme es auch schon mal vor, dass geladene Waffen abgegeben werden. Für alle Fälle steht im Keller des Rathauses eine sogenannte Entladebox. Da kann ein Schuss ohne Querschlägergefahr abgegeben werden. „Zur Not“ würden Waffen auch einmal zu Hause abgeholt, sagt Anna-Lena Tschöke. Als Waffenbehörde ist die Stadt nur für Waffen zuständig, die Bramschern gehören oder in Bramsche gefunden wurden.

Die Waffen können auch beim Polizeikommissariat in Bramsche abgegeben werden. Auch hier empfiehlt es sich, vorab einen Termin auszumachen (05461/915300).

Stahlschrank voll

Polizei und Waffenbehörde arbeiten zusammen, sagt Carolin von Wahlde. Im Stahlschrank im Bramscher Rathaus, dessen Schlüssel sie hütet, lagert die Polizei auch beschlagnahmte Waffen. Einmal im Jahr schafft ein Profi-Entsorger aussortierte Waffen zur Vernichtung. Im Moment sei der Schrank ziemlich voll. Von Wahlde ist aber sicher, auch das unterzubringen, was bis zum Ablauf der Frist am 1. Juli noch hereinkommen könnte.