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Von der Faser zum Faden Spinnen lernen im Bramscher Tuchmacher-Museum

Von Matthias Benz | 07.07.2014, 16:22 Uhr

Passend zur aktuellen Ausstellung „Stroh zu Gold – Spindel, Schiffchen, Märchenhelden“ veranstaltete das Tuchmacher-Museum am Sonntagnachmittag einen Workshop „Handspinnen leicht gemacht“.

Unter Anleitung von Bernhard Dankbar versuchten sich sechs Teilnehmer an der Herausforderung, aus Wollfasern einen Faden herzustellen . Das Prinzip klingt erst einmal simpel: Fasern zusammendrehen, sodass ein Drall entsteht, und dann nur noch aufrollen. Doch jeder feinmotorische Handgriff will geübt sein, und so dauerte es einige Zeit, bis die Teilnehmer den richtigen Dreh heraushatten.

Da für diesen Kurs keine Erfahrungen in der Handarbeit vorausgesetzt waren, begann die Gruppe zunächst mit einem einfachen Holzstöckchen, benutzte dann Astgabeln und übte schließlich an einer richtigen Spindel. Mit ruhiger Stimme und viel Geduld gab Bernhard Dankbar Tipps und machte immer auch wieder selbst mit geübten Bewegungen vor, wie aus losen Wollfasern ein stabiler Faden entsteht. So herrschte meistens konzentrierte Ruhe in der Kornmühle.

„Das Drehen ist eigentlich einfach. Das Problem ist eher das gleichzeitige Loslassen der Fasern“, meinte Stephanie Unterderweide, die mit ihrer Tochter Fenja am Workshop teilnahm. Mit Daumen und Zeigefinger stellten die Teilnehmer sicher, dass der Faden gleichmäßig dick wurde, während sie mit der anderen Hand die Spindel drehten.

Dass Bramsches Ruf als Tuchmacherstadt weithin bekannt ist, zeigte sich an Ulrike Breß-Dües und ihrem Mann Rainer Dües aus Sande. Für das Wochenende war das Paar von der Nordseeküste bei ihren Freunden Angela und Hubert Gervelmeyer in Belm zu Besuch. Zu viert sorgten sie nun dafür, dass die Bramscher sogar in der Unterzahl waren. „Und wir haben heute sogar eine sehr hohe Männerquote“, ergänzte Bernhard Dankbar mit einem Lächeln.

Schneller geht das Spinnen natürlich mit einem Spinnrad. „Mit der Hand muss man jeden Schritt einzeln machen, also die Wolle nachgeben, den Drall aufbauen und den Faden aufrollen. Das Spinnrad macht alles gleichzeitig“, erklärte Bernhard Dankbar, während er an einem Modell flink ein gutes Stück Faden produzierte – natürlich in Bramscher Rot.

Ein Workshop zum Thema Spinnen ließ natürlich auch viel Raum für zweideutige Wortspiele. So meinte Ostfriese Rainer Dües: „Wir fühlen uns durchaus wohl unter so vielen Spinnern.“

Weitere Termine Für „Handspinnen – leicht gemacht“: Sonntag, 3. August, 14.30 bis 16.30 Uhr, Sonntag, 17. August, 14.30 bis 16.30 Uhr. Teilnehmen können Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Die Kosten betragen 10 Euro (Erwachsene)/5 Euro (Kinder und Jugendliche), inklusive Museumseintritt. Anmeldung unter 05461/94510.