Ein Artikel der Redaktion

Virtuelle Medien im Fokus Projekttage an der Bramscher Realschule

Von Holger Schulze | 15.07.2014, 21:07 Uhr

Der Umgang mit den virtuellen Medien steht noch bis Donnerstag auf dem Stundenplan der Realschüler aus den Jahrgangsstufen fünf bis neun. Unter dem Motto „Media circle“ hatten die Konzeptentwickler um Bena Stegemann eine Auswahl von zehn Workshop-Paaren und einem Film zusammengestellt.

Die Teilnahme am Filmprojekt war dabei für alle 600 Schülerinnen und Schüler verpflichtend und bestand aus einer Vorführung des Films „Verklickt!“, den die „Polizeiliche Kriminalprävention“ zur Vorbeugung von Internetkriminalität bei Jugendlichen entwickelt hatte. Danach setzten sich die Realschüler in einem zweiten Teil mit den Blickwinkeln verschiedener Personengruppen wie Eltern, Mitschüler oder Lehrer auseinander und sollten deren Sicht der Dinge zu Themen wie Cybermobbing und Ähnlichem in einer präsentationsfähigen Ausarbeitung festhalten.

Außerdem mussten alle Schüler noch an einem der zehn Workshop-Paare teilnehmen. Das Besondere hierbei war, dass es dann einen Tag lang um ein medienbezogenes Thema ging. Am nächsten Projekttag ging es jedoch um Aktivitäten, die Alternativen zum Leben vor und mit den Geräten anboten.

Da standen die Produktion eines Songs für die Schule, American Sports, Radball und Einrad, Geocaching, Stricken und Filzen einer Smartphonehülle, Kochen, Tanzen und die Herstellung einen großen Gemeinschaftsbildes im Kontrast zu Workshops mit Themenschwerpunkten wie „Lust und Frust am PC und im Internet“, „Computerspiele“, „Pornografie in virtuellen Medien“ oder dem „Medienparcours“ durch Internet, Smartphone, Facebook, Google, Whats-App und Co.

Ermöglicht wurden die Projekttage durch die aktive Unterstützung folgender Förderer: Radballverein Bramsche, Tonstudio Bramsche, Stadtjugendpflege, Universum, OS-Radio, NOZ Medien, Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück, Polizeiliche Kriminalprävention Osnabrück, Institut für Medienpädagogik, Büro 49, pro familia sowie der Caritas.

„Wir wollen Denkanstöße geben, wobei wir nicht davon ausgehen, dass die Schüler vollständig bekehrt werden und kein Smartphone mehr verwenden oder die Mitgliedschaft bei Facebook kündigen“, beschrieb Bena Stegemann das Anliegen der Projekttage. „Wenn aber nur einige Schüler ein bisschen mehr Bescheid wissen und aufmerksamer im Umgang mit den Medien geworden sind, haben wir viel erreicht“, so die Konrektorin der Realschule.

Subjektiv schon ganz gut Bescheid wusste Jan-Erik Hildebrandt aus der Jahrgangsstufe neun. Dennoch fand er die Projekttage „cool. Man lernt viel Neues und kann den Lehrern noch was beibringen“, so sein Eindruck von der Beschäftigung mit den Computern im PC-Raum. Dort ging es vor allem darum, „die Schüler mal zu animieren, den Eltern zu erklären, was sie so im Internet machen und spannend finden“, erläuterte Stefan Berendes vom Institut für Internetpädagogik, der als einer der insgesamt 55 Projektleiter an den Tagen den Realschülern sein Wissen vermittelte.

Alle Ergebnisse der Projekttage aus den unterschiedlichen Workshops werden am Donnerstagvormittag zunächst intern vor den Schülern vorgeführt. Abends ab 19 Uhr erhalten dann die Eltern durch die rund 90-minütige Präsentation Gelegenheit, den Umgang ihrer Kinder mit dem Internet sowie den übrigen Medien besser verstehen zu lernen.