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Veranstaltet an der Wassermühle „Alte Schätzchen“ beim Treckertreffen in Balkum

Von Holger Schulze | 14.07.2014, 17:05 Uhr

Das Treckertreffen der „Interessengemeinschaft Treckerfreunde Ueffeln-Balkum“ hat das Wochenende über erneut die Wiese vor der Wassermühle Riesau zum Zentrum von Dieselgeruch und erdigen Motorengeräuschen werden lassen.

Zum 12. Mal waren die Besitzer von liebevoll restaurierten Arbeitsmaschinen aus den Scheunen des vergangenen Jahrhunderts aus allen Himmelsrichtungen nach Balkum getuckert. Mit rund 150 Teilnehmern rechneten die Veranstalter am Samstagmittag, noch bevor der Großteil der Traktorenbesitzer das Treffen hatte ansteuern können.

Doch nicht die Größe der Teilnehmerzahl stand bei den Organisatoren um Hans Lemburg im Vordergrund.

„Uns ist es wichtig, dass die Leute ein entspanntes Wochenende im Kreise ihrer Oldtimerfreunde genießen können“, erläuterte er den angestrebten Charakter des Treffens.

Die Pflege von Bekanntschaften oder gar der inzwischen entstandener Freundschaften, und natürlich die Fachsimpelei über die Pflege der mit viel Einsatz und Leidenschaft erhaltenen Fahrzeuge, für all dies soll die Veranstaltung eine Plattform bieten.

Mit den Jahren gewandelt hat sich nach den Beobachtungen der Treckerfreunde Ueffeln-Balkum auch die Bedeutung der Treffen für die Teilnehmer selbst. Fuhr früher der Treckerbesitzer für einen Tag nach Ueffeln und steuerte am Abend dann wieder die Heimat an, ist das Treffen inzwischen bei Etlichen zu einem mehrtägigen Event mit der Familie geworden. Die zahlreichen Wohn- und Bauwagen sowie die Tatsache, dass schon bereits am Mittwoch die ersten Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen vor Ort waren, belegen diesen Umschwung.

Ferner fanden die Besucher des Treffens nicht nur Traktoren ausgestellt. Auch andere Arbeitsgeräte und Maschinen aus dem bäuerlichen Alltag der Vergangenheit konnten in Augenschein genommen werden. Ein Austausch zwischen Jung und Alt über die einfache Technik von früher sowie über die Arbeitsweisen im letzten Jahrhundert war somit möglich und von den Veranstaltern auch gewollt und begrüßt.

Eine durch Zuwachs gekennzeichnete Sparte sind die Traktoren und anderen Fahrzeuge aus der ehemaligen DDR, die immer öfter jetzt auf den Treckertreffen zu sehen sind.

Christopher Kappelmann zählt zu den Liebhabern dieser Fahrzeuge, die, dem Sprachgebrauch in der DDR entsprechend, noch beispielsweise unter dem Markennamen „Fortschritt“ über die Kombinatsäcker fuhren. Ein ganz spezielles Modell aus der Sammlung von Christopher Kappelmann stellte ein kompletter Eigenbau dar, bei dem die Erbauer wohl der Not gehorchend ein Fahrzeug aus ganz unterschiedlichen Einzelteilen zusammengesetzt hatten. Autositze und Wasserverdampfer kamen so zueinander. Christopher Kappelmann wird auch weiterhin, an besonders kalten Tagen sogar mit dem Heißluftföhn dafür sorgen, dass dieses Unikat noch einige Jahre anspringt.

Doch nicht nur Technikbegeisterung oder Besitzerstolz kamen als Motive für einen Besuch des Treckertreffens in Betracht. Ganz weiblicher Pragmatismus hatte Carola Scheel zu den polierten Antiquitäten auf vier Rädern geführt. „Weil mein Mann hierher wollte und mit dem Gedanken spielt, sich selbst vielleicht einen Trecker anzuschaffen. Da muss ich ja mal schauen, welchen ich nett finden würde“, lauteten ihre Gründe, sich einmal auf in den Reihen der Traktoren näher umzusehen.