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Thomas Lemmer mit neuer CD Bramscher mit Chill-Out-Musik auf Ibiza erfoglreich

Von Felix Krumme | 18.08.2016, 14:30 Uhr

Der Anfang war ein besonderer Moment auf einer Ostseeinsel, nun hat er sein mittlerweile fünftes Album veröffentlicht: Thomas Lemmer aus Bramsche produziert elektronische Chill-Out-Musik und ist damit international erfolgreich.

„Alles begann auf Fehmarn. Dort saß ich eines Abends am Strand in einem Café, und zum Sonnenuntergang wurde Chill-Out gespielt. Da habe ich gemerkt: Das möchte ich auch machen!“, sagt Thomas Lemmer. Damals war der gebürtige Marburger nach Osnabrück gezogen, und stand vor neuen Herausforderungen.

Die Musikrichtung Chill-Out, mit ihren Kategorien Ambient und Downtempo, ist hierzulande eine Nische, dennoch „gibt es auf Ibiza und mittlerweile auch Mallorca eine eigene Szene für dieses Genre“, erzählt Lemmer. „Bevor die Menschen zum Feiern in die Clubs gehen, sitzen sie in Bars und Cafés am Strand und genießen den Sonnenuntergang. Derweil läuft diese Musik“, so der Produzent. „Chill-Out ist ein Lebensgefühl!“ Auch große Hotelketten böten mittlerweile eigene Chill-Out-Areas an. Hier können Sie in die Alben reinhören.

Ein langer Weg bis zum Durchbruch

Thomas Lemmer begann bereits im Kindesalter mit dem Klavierspiel, später kam eine Ausbildung zum Organisten hinzu. Bis zum ersten Erfolg in der Szene sei es aber ein langer Weg gewesen, erzählt er. „Ich hatte erste Aufnahmen an verschiedene Labels geschickt“, das sei so üblich, um im besten Falle einen Vertrag zu bekommen. Nach einem halben Jahr schließlich habe sich ein großes internationales Label mit Sitz auf Ibiza zurückgemeldet. „Ich hatte innerlich bereits mit dem Thema Musik abgeschlossen“, verrät Lemmer.

Doch nun war der Weg in die Szene geebnet: Ein Track seines Albums wurde veröffentlicht auf einem Sampler, das ist eine Sammlung mit vielen Tracks unterschiedlicher Interpreten und Produzenten. „Dieser Erfolg war ein echter Türöffner“, sagt Lemmer. „Hat man sich dort einmal einen Namen gemacht, fällt es viel leichter, Kontakte zu knüpfen und den Bekanntheitsgrad zu steigern.“ Doch sei der erste Erfolg ebenfalls ein guter Antrieb gewesen, „eine Motivation zum Weitermachen“. Inzwischen veröffentlicht er seine Alben bei einem süddeutschen Label.

Features mit nationalen und internationalen Sängerinnen

Mit seinem neuen Album PURE beschreibt Lemmer besondere Momente: So „beschreibt die erste Single Auskopplung FOREVER, wie eindrucksvoll und unendlich schön unser Planet ist.“ Dieser Titel entstand in Zusammenarbeit mit der Vokalistin Naemi Joy: Lemmer arbeitet nicht ausschließlich alleine, sondern holt sich verschiedene Sängerinnen für seine Musik. „Bevor ich nach Bramsche gezogen bin, habe ich in Osnabrück in vielen christlichen Bands gespielt.“ Von dort, aber auch über das Institut für Musik der Fachhochschule Osnabrück, kurz IfM, habe er Kontakte geknüpft. Im Studio bereite er dann das grobe Gerüst eines Songs vor, um dann mit der Sängerin die Details auszuarbeiten.

Von der Musik allein leben kann Lemmer allerdings nicht, deshalb ist er berufstätig. Dennoch ist er sehr gefragt: „Gelegentlich sind meine Tracks bei der NDR Nightlounge oder auf Klassikradio zu hören“, verrät er. Seine letzten Alben, STILL und ZERO GRAVITY, machten ihn zum meist gehörten deutschen Künstler des Genres.

Musik gegen den Alltagsstress

Doch was möchte er mit seiner Musik ausdrücken? „In dieser hektischen Zeit haben immer mehr Menschen einen Tunnelblick. Der Stress bestimmt ihren Alltag. Meine Musik kann man als Gegenpol zum schnellen Konsum verstehen- mit Chill-Out kann man in die Entspannung abtauchen“, sagt Lemmer. Sein aktuelles Album, „PURE“ , enthält eine Mischung aus Ambient, Deep-House und eingängige Pop Songs. So könne sich Chill-Out von der ganzen Bandbreite zeigen.

Von der Fertigstellung des letztem Songs bis zur Veröffentlichung ziehen einige Monate ins Land. Ein Cover muss entworfen werden, Verträge aufgesetzt und die CDs hergestellt werden. Zeit, die Thomas Lemmer produktiv umsetzt: „Mein nächstes Album ist bereits in der Produktion- nach dem Album ist vor dem Album!“

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