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Termin am 22. September 2018 Stadt Bramsche lädt zu Info-Tag zum Straßenverkehr ein

Von Björn Dieckmann | 17.09.2018, 09:03 Uhr

Die Stadt Bramsche stellt derzeit einen neuen Verkehrsentwicklungsplan auf – und setzt dabei auch auf Anregungen ihrer Bürger. Am Samstag, 22. September 2018, von 10 bis 14 Uhr findet deshalb zu dem Thema ein Informationstag mit verschiedenen Angeboten auf dem Kirchplatz statt.

Was ist ein Verkehrsentwicklungsplan? Die Stadt Bramsche beschreibt es in einem Flyer zu dem Info-Tag so: Der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) gibt in der Verkehrsplanung von Städten ein Leitbild für die Entwicklung im Bereich Verkehr vor, in der Regel über einen Planungszeitraum von zehn bis 20 Jahren. Der VEP legt Ziele und Strategien für die Entwicklung und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur fest und dient als Leitlinie für Politiker, Verwaltung, Planer sowie Bürgerinnen und Bürger. Zuletzt neu aufgestellt wurde ein Verkehrsentwicklungsplan in Bramsche im Jahr 1994. Die damals vorgesehenen Maßnahmen sind weitestgehend realisiert.

Welche Ziele hat der VEP? „Im Verkehrsentwicklungsplan geht es um übergeordnete Ziele und nicht beispielsweise um die Ausbauplanung einzelner Straßenzüge“, stellt Cornelis van de Water klar, der seitens der Stadtverwaltung mit dem Thema intensiv befasst ist. Es gehe darum, ein Gesamtbild zum Straßenverkehr zu erstellen, das den aktuellen Stand und zukünftige Entwicklungen gleichermaßen berücksichtige. „Der Verkehrsentwicklungsplan von 1994 hatte noch einen starken Fokus auf den Pkw-Verkehr“, so van de Water. Das aber sei heute nicht mehr zeitgemäß. „Es geht darum, die Verkehrsströme insgesamt sinnvoll zu lenken. Dazu gehören natürlich weiterhin Pkw, Lkw, Öffentlicher Personennahverkehr“, erklärt van de Water weiter. Es gelte aber auch, Fußgänger und die Nutzer von Fahrrädern – ob mit oder ohne elektrischen Antrieb – in den Blick zu nehmen. „Und das über alle Altersgruppen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen hinweg“, betont van de Water. Auch Klimaschutz spiele nicht zuletzt eine Rolle.

Wie geht die Stadt vor? Die Verwaltung arbeitet mit dem Fachbüro PGT Umwelt und Verkehr GmbH) zusammen, das unter anderem Daten zum derzeitigen Fahrzeugbestand, zum Verkehrsaufkommen und zur Einwohnerstatistik zusammenstellt und auswertet. Zudem hat sich bislang zwei Mal ein Arbeitskreis getroffen, dem Vertreter des Stadtrats, des zuständigen Fachbereichs der Stadtverwaltung, Busunternehmen, Polizei und Feuerwehr angehören. Aber auch „Vereine, Verbände und Organisationen, die ihre Vorstellungen zur künftigen Entwicklung des Straßenverkehrs in Bramsche einbringen“, sagt van de Water und nennt in diesem Zusammenhang den Stadtseniorenrat, das Jugendparlament, den Förderkreis Freundliches Bramsche und die Verkehrswacht. Ein weiterer Baustein soll der Informationstag am 22. September 2018 sein, auch sind spätere Bürgerworkshops, ähnlich wie es sie zur Entwicklung des Bahnhofsumfelds gegeben hat, möglich.

Wozu dient der Informationstag? „Wir bekommen ja immer mal wieder Beschwerden über ein zu hohes Verkehrsaufkommen oder -lärm. Das haben wir in jüngerer Vergangenheit bereits an unser Fachbüro weitergegeben, und wir nehmen entsprechende Hinweise auch bei dem Info-Tag auf“, sagt Bürgermeister Heiner Pahlmann. Ziel sei auch, diese Beschwerden mit den vorliegenden oder noch folgenden Verkehrszählungen abzugleichen und „daraus ein Gespür zu entwickeln, wo es tatsächlich Probleme gibt und wie wir denen begegnen können.“ Insbesondere wünschen sich die Veranstalter aber, so Pahlmann, Anregungen der Bürger, wie sich – entsprechend den oben definierten Zielen des neuen Verkehrsentwicklungsplans – die Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer bestmöglich in Einklang bringen lassen. „Dazu darf und soll jeder auch Ideen einbringen, die vielleicht beim ersten Nachdenken illusorisch erscheinen“, ergänzt van de Water und nennt Beispiele: Soll das Fahrradfahren in der Fußgängerzone erlaubt werden? Oder könnte man den Grünegräser Weg als Fahrradstraße deklarieren? Oder ist der Marktplatz vielleicht geeignet, um hier eine größere Anzahl an Ladestationen für E-Bikes und Pkw mit Elektroantrieb einzurichten? „Das sind alles nur Beispiele, aber wir können gerne darüber diskutieren“, so van de Water.

Was findet beim Info-Tag sonst noch statt? Die Stadt Bramsche und die Experten von PGT Umwelt und Verkehr informieren über den aktuellen Stand der Planungen und geben auch Einblick in die Basisdaten zur momentanen verkehrlichen Situation in Bramsche. Die PGT wird zudem Passantenbefragungen durchführen. Vor Ort sein werden zudem die Stadtwerke Bramsche, die Polizei sowie Autohäuser und Zweiradhändler, die verschiedene E-Fahrzeuge präsentieren und Probefahrten ermöglichen. Denn „das Thema E-Mobilität wird in den kommenden Jahren noch erheblich an Bedeutung gewinnen“, ist sich der städtische Wirtschaftsförderer Klaus Sandhaus sicher, der diesen Bereich deshalb besonders im Blick hat.