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Start in einem Jahr „Ambulante Nachtpflege“ neues Angebot in Bramsche

Von Heiner Beinke | 15.12.2015, 13:09 Uhr

An der Münsterstraße wird erstmals in Bramsche „ambulante Nachtpflege“ angeboten werden. Am Montag wurden die Pläne vorgestellt, denen umfangreiche Gespräche mit vielen Beteiligten vorausgegangen sind.

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  • In den denkmalgeschützten Häusern Münsterstraße 8 und 9 wird eine „ambulante Nachtpflege“ eingerichtet.
  • Betreiber wird der Arbeiter-Samariter-Bund Osnabrück (ASB) sein.
  • Nach Angaben des ASB ist es das erste Angebot dieser Art in Niedersachsen.

Betreiber der Einrichtung wird der Kreisverband Osnabrück des Arbeiter-Samariter-Bundes sein. Geschäftsführer Thomas Heine betonte, die „ambulante Nachtpflege“ in Bramsche sei das erste Angebot dieser Art in Niedersachsen. Der Gedanke hinter diesem neuen Pflegeangebot: Menschen, die daheim einen Menschen pflegen, sollen die Gelegenheit haben, „einmal nachts ihre Ruhe zu haben“ und richtig durchschlafen zu können. Dabei wüssten sie die zu Pflegenden gut betreut. „Das ist im Grunde das gleiche Angebot wie bei der Tagespflege“, sagt Heine.

Zehn Plätze

Im Obergeschoss der Häuser Münsterstraße 8 und 9 soll diese Nachtpflege mit zehn Plätzen eingerichtet werden. Im Erdgeschoss ist eine Tagespflege mit 15 bis 20 Plätzen geplant. „Der besondere Reiz ist das Angebot mitten in der Innenstadt“, ist Heine überzeugt. Nach dem jetzigen Stand der Dinge hofft der Geschäftsführer, „nächstes Jahr um diese Zeit“ an den Start gehen zu können.

Vorausgegangen seien langwierige und komplizierte Verhandlungen mit vielen Beteiligten, betonte beim Ortstermin Stadtplaner Wolfgang Tangemann. Ausgangspunkt der städtischen Überlegungen sei die Frage gewesen, wie die denkmalsgeschützten Häuser an der Münsterstraße, mitten im Sanierungsgebiet Südwestliche Altstadt, zu neuem Leben erweckt werden könnten.

Investor gefunden

Bei der Suche landete Tangemann recht schnell beim Investor Wilhelm Renzenbrink, der schon viele Immobilien in der Bramscher Innenstadt modernisiert hat. Der sah die Chancen, aber auch das Risiko: „Das ist eine finanziell große Nummer“. Der Familienrat sagte am Ende aber einstimmig Ja zu dem Projekt, nicht zuletzt, weil sich für Tochter Verena Renzenbrink das Objekt perfekt für die Abschlussarbeit ihres Bauingenieur-Studiums anbot.

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Nach der erfolgreichen Suche nach einem Investor galt es ein weiteres Problem zu lösen: Im Erdgeschoss des Hauses Münsterstraße 8 ist eine Spielhalle zu Hause. Für die musste eine neue Bleibe gefunden werden. Ins Auge gefasst wird jetzt ein Standort an der Engter Straße neben der bestehenden Videothek. Der Stadtrat Bramsche hat am Donnerstag die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans beschlossen. Es handele sich um ein vereinfachtes Verfahren, bereits im Februar könne der Plan offengelegt werden, danach dann könne der Ortswechsel der Spielhalle „in einem Guss“ mit dem Baufortschritt an der Münsterstraße erfolgen. „Der Knoten ist durchgeschlagen“, ist sich Tangemann nach langwierigen Verhandlungen sicher. Zeit wurde es aber auch, findet Wilhelm Renzenbrink: „Das hat sich hingezogen wie Kaugummi“.

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Fünf Wohnungen geplant

Obwohl die endgültige Lösung noch nicht feststand, hat der Unternehmer mit der Sanierung der denkmalsgeschützten Gebäude schon angefangen. Einige Anbauten sind inzwischen entfernt worden, so dass die Gebäude frei stehen und deutlich wird, wieviel Platz es auf den tiefen Grundstücken in der Innenstadt gibt. Diese Freifläche werden nicht nur die Patienten des ASB später genießen können. Im Obergeschoss sind auch noch fünf altersgerechte Wohnungen in verschiedenen Größen geplant.

Überraschungen

Im Innern der Häuser erwarteten die Sanierer allerdings so einige Überraschungen: Die seit Jahren ungenutzten Räume im Obergeschoss waren durch Schädlingsbefall arg in Mitleidenschaft gezogen worden. „Das war etwas für Naturliebhaber und Pilzesammler“, kommentiert Wilhelm Renzenbrink den arg heruntergekommenen Zustand des Gebäudes. Verena Renzenbrink konnte dem etwas Gutes abgewinnen: „Für meine Abschlussarbeit hat das sehr viel hergegeben“.

Bürgermeister Heiner Pahlmann zeigte sich beim Ortstermin überzeugt, dass am Ende ein attraktives und zeitgemäßes Angebot mitten in der Stadt stehen wird. Er sei froh, dass sich für zwei ortsbildprägende Gebäude eine solche Lösung gefunden habe.