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Sozialraumbüro offiziell eröffnet Bramscher Familien früh und gezielt helfen

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 16.09.2011, 14:01 Uhr

Ein Puzzle mit vielen Teilen schmückt die Einladung zur offiziellen Eröffnung des Sozialraum- büros in Bramsche – eine Symbolik, auf die sich denn auch viele der Festredner bezogen. In den Räumen am Gilkamp 12 bündeln jetzt der Awo-Kreisverband, die katholische Don-Bosco-Jugendhilfe und PFIFF (Pädagogische Förderung in und für Familien) ihre Kompetenzen, um Kindern und Familien vor Ort schnell und wirkungsvoll zu helfen. Die Federführung des Projektes liegt bei der Awo.

Deren stellvertretender Vorstandsvorsitzender Ralf Haas hob in seinem Grußwort besonders darauf ab, dass die Partner bereits in Bramsche gut vertreten und vernetzt seien. Die Neugestaltung der Jugendhilfe im Landkreis Osnabrück habe den Anstoß gegeben, die Angebote für Kinder und ihre Familien in ihrem engsten Umfeld neu zu strukturieren mit dem Ziel, sie in ihrer unmittelbaren Umgebung wirkungsvoll zu unterstützen. Eine Weiterentwicklung präventiver Angebote zum Nutzen der Familien sei das Ziel der Arbeit des neuen Büros, sagte Haas und dankte allen Beteiligten für ihr bisheriges Engagement.

„Besser wir tun schon etwas, bevor uns die Familien als Fälle bekannt werden“, unterstrich auch Kreisrat Matthias Selle. Durch die Neugliederung der Jugendhilfe in jetzt acht Sozialräume könne früher als bisher eingegriffen werden, unterstrich Selle den präventiven Charakter der Arbeit des Jugendbüros.

Der Landkreis gebe im Jahr etwa 36 Millionen für Erziehungshilfen aus, allein 3,7 Millionen entfielen dabei auf Bramsche. Zusätzlich stünden im Landkreis aktuell für drei Jahre 1,57 Millionen aus dem Programm Bildung und Teilhabe von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen zur Verfügung. Politikern seien solche Zahlen manchmal schwer zu vermitteln, räumte der Kreisrat ein. „Aber wir sind damit auf einem guten Weg.“ Geld, das dafür eingesetzt werde, beispielsweise junge Mütter oder bildungsferne Familien ganz früh zu erreichen, sei mit Sicherheit gut angelegt und helfe auf längere Sicht, die Ausgaben im Bereich der Jugendhilfe zu senken. „Wenn wir hier weniger Geld ausgeben müssen, heißt das doch: Den Familien geht es besser“, resümierte der Dezernent.

Auch Bürgermeisterin Liesel Höltermann zeigte sich überzeugt vom Konzept der dezentralen Hilfen. Wer näher am Menschen sei, könne auch schneller etwas bewegen, lobte sie auch die Zusammensetzung des Trägerverbundes. Die Hilfebedürftigen profitierten davon, vor Ort kompetente Ansprechpartner vorzufinden.

In seiner Vorstellung des Trägerverbundes versicherte Koordinator Christian Lienemann, die Partner des Zusammenschlusses nutzten die bestehenden Netzwerke und wollten diese weiter ausbauen. Dazu gehöre auch die Zusammenarbeit mit Sportvereinen, Kirchengemeinden, Schulen und Ortsvereinen. Hierfür böten die neu bezogenen Räumlichkeiten am Gilkamp aufgrund ihrer zentralen Lage die besten Möglichkeiten.