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Sonnenfinsternis 2015 Sonnenfinsternis in Bramsche nur im Konjunktiv

Von Björn Dieckmann | 20.03.2015, 12:17 Uhr

Dichter Nebel hat den Bramschern am Freitagvormittag das „Rudelgucken“ zur Sonnenfinsternis am Bahnhof vermasselt. Dennoch war einiges los: Die Erläuterungen zu dem Spektakel von Thorsten Thomas, der mit seiner naturkundlichen Stiftung eingeladen hatte, blieben im Konjunktiv.

Trotz des trüben Ausblicks waren einige Kindergartengruppen und Schulklassen zum Bahnhof gekommen, um sich von Thorsten Thomas und seinen Mitstreitern das Phänomen der Sonnenfinsternis wenigstens in der Theorie erklären zu lassen. „Wann gucken wir denn nun endlich durch die Teleskope?“, war an diesem Vormittag eine Frage, die von den Kindern nicht nur einmal gestellt wurde. Und Thomas blieb nichts anderes übrig, als eben im Konjunktiv zu antworten: „Durch die Teleskope könnten wir gucken, wenn es was zu sehen gäbe.“ Doch es gab nichts zu sehen, die Teleskope wurden nicht einmal vor der Bahnhofshalle aufgestellt. ( Liveticker: So war die Sonnenfinsternis in Deutschland )

Was es zu sehen gegeben hätte, wenn es denn was zu sehen gegeben hätte, erklärte Thorsten Thomas anhand von Kunststoff-Weltkugeln und -sonnen sowie mit einer Projektion auf eine Wandfläche im ehemaligen Kiosk des Bahnhofsgebäudes. „Wenn jetzt nicht so ein Nebel wäre, würde sich der Mond vor die Sonne schieben und sie zu 80 Prozent verdecken“, so Thomas. Und weiter: „Dann wäre es jetzt im Moment ziemlich dunkel, und die Vögel würden aufhören zu zwitschern, weil sie meinen würden, es werde Nacht“.

In der Bahnhofshalle informierte die naturkundliche Stiftung auch über das Sonnensystem selbst. Wie alt denn die Sonne wohl sein möge, meinte ein Kindergartenkind aber schon ganz genau zu wissen: Eine Million und 33 Tausend Jahre“, verkündete es im Brustton der Überzeugung – und nicht nur dieser Junge staunte nicht schlecht, als Thorsten Thomas das tatsächliche Alter mit drei Milliarden Jahren angab.

Weitere Schautafeln zum Kosmos und zu den Ängsten der Menschen vor vielen Jahrhunderten bei Sonnenfinsternissen rundeten die kurzfristig eingerichtete Ausstellung ab. „Das war richtig toll im Bahnhof“, meinte ein Kind beim Verlassen der Halle. Das war kein Konjunktiv, sondern eine Feststellung.

Pech für Gymnasiasten

Wegen des Nebels anders als geplant verlief auch eine Aktion der Seminarfachgruppe Astronomie im Jg.12 des Greselius-Gymnasiums. Sie hatten für ihre Mitschüler Sonnnenschutzbrillen besorgt , fünf Teleskope auf dem Schulhof aufgebaut sowie Informationstafeln zur Sonnenfinsternis vorbereitet. Bis zum Schluss hofften sie vergebens auf ein Aufreißen der Wolkendecke, änderten dann aber kurzerhand ihren Plan. Unter der Leitung von Physiklehrer Riemer erhielten die jüngeren Mitschüler nun statt Hilfen beim Beobachten des Naturereignisses eine Einführung in die Teleskoptechnik.